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- WLAN – Wireless LAN10
- 1.1WLAN-Standards 802.11a/b/g/n/ac/ax
- 1.2Frequenzbänder 2,4 / 5 / 6 GHz
- 1.3SSID, BSS, ESS
- 1.4WEP, WPA, WPA2, WPA3
- 1.5WPA2-Enterprise vs. WPA2-Personal
- 1.6WLAN-Infrastruktur planen
- 1.7Access Point, Controller, Mesh
- 1.8WLAN-Interferenzen und Troubleshooting
- 1.9RADIUS-Authentifizierung (802.1X)
- 1.10Aufgaben WLAN
WLAN-Infrastruktur planen
Ein Access Point im Pausenraum des vierten Stocks reicht für das gesamte Bürogebäude – das glaubt jeder, bis die ersten Beschwerden kommen. WLAN-Planung ist keine Glücksache, sondern Ingenieurarbeit: Man muss die Signalausbreitung verstehen, Interferenzen vorhersagen und die AP-Platzierung systematisch planen. Das wichtigste Werkzeug: eine Site Survey – die Vermessung der Funkversorgung vor und nach der Installation.
1) Signal-Stärke-Simulator
dBm (Dezibel Milliwatt) ist die Einheit für die WLAN-Signalstärke. Entscheidend: dBm-Werte sind negativ – je höher (weniger negativ) desto besser. −30 dBm ist exzellent, −90 dBm kaum noch nutzbar. Verändere die Parameter und beobachte, wie der Empfangspegel sinkt:
2) Planungsschritte für eine WLAN-Installation
- Anforderungsanalyse: Wie viele Benutzer? Welche Anwendungen (VoIP = streng, Browse = locker)? Welche Fläche? Welche Gebäudestruktur (Beton = schlecht, Holz = gut)?
- Pre-Deployment Site Survey: Gebäudeplan beschaffen. Wandmaterial und -stärken ermitteln. Bestehende WLAN-Netze (Fremdsender) mit Spectrum-Analyzer erfassen. Mögliche AP-Montageorte identifizieren (Deckenmontage bevorzugt).
- AP-Platzierung berechnen: Überlappungszone zwischen APs: 10–20 % für normales Roaming, 15–20 % für Voice. APs nicht zu nah (Interferenz) und nicht zu weit (Lücken). Ziel-RSSI am schlechtesten Punkt: mindestens −65 dBm.
- Kanalplanung: Nicht-überlappende Kanäle zuweisen (2,4 GHz: 1, 6, 13 / 5 GHz: viele Optionen). DFS-Kanäle: nur wenn kein Radar in der Nähe.
- Post-Deployment Survey: Mit einem WLAN-Analyzer (z.B. Ekahau, NetSpot) die tatsächliche Versorgung messen. Heatmap erstellen. AP-Position anpassen wenn nötig.
3) Checkliste: Was im Netzwerkplan festgehalten werden muss
| Parameter | Empfehlung / Notiz |
|---|---|
| AP-Positionen | Deckenmontage, zentral in der Zelle, nicht hinter Betonwänden |
| SSID-Struktur | Getrennte SSIDs für Mitarbeiter, Gäste, IoT |
| Kanal je AP | Dokumentiert, um Kollisionen zu vermeiden |
| Sendeleistung | So niedrig wie möglich (verhindert Interferenzen), so hoch wie nötig |
| Sicherheitsstandard | WPA3 oder WPA2-Enterprise für Mitarbeiter |
| VLAN-Zuordnung je SSID | Gäste = eigenes VLAN mit Internet-only |
| PoE-Versorgung | Dokumentieren, welcher Switch-Port welchen AP versorgt |
Zusammenfassung
WLAN-Planung: Anforderungen → Site Survey (pre) → AP-Platzierung → Kanalplanung → Deployment → Post-Survey mit Heatmap. Ziel: −65 dBm als Mindestsignal. dBm ist logarithmisch (3 dB = doppelte Stärke). Wände dämpfen 5-GHz-Signale stärker als 2,4 GHz. Sendeleistung niedrig halten verhindert gegenseitige AP-Interferenz.
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