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- Netzwerkkonzepte & Topologien11
- 1.1Was ist ein Netzwerk? Grundbegriffe
- 1.2LAN, MAN, WAN
- 1.3Intranet, Extranet, Internet
- 1.4Physische Topologien: Bus, Stern, Ring, Mesh
- 1.5Logische Topologien
- 1.6Netzwerkkabel: Kupfer und Glasfaser
- 1.7Strukturierte Verkabelung EN 50173
- 1.8Netzwerkgeräte: Hub, Switch, Router, Gateway
- 1.9Netzwerkpläne lesen und zeichnen
- 1.10SDN – Software-Defined Networking
- 1.11Aufgaben Netzwerkkonzepte
Strukturierte Verkabelung EN 50173
In einem Bürogebäude verlaufen hunderte Netzwerkkabel – und wenn sie chaotisch verlegt sind, ist jede Änderung oder Fehlersuche ein Alptraum. Die strukturierte Verkabelung nach EN 50173 (europäische Norm, international ISO/IEC 11801) definiert einen einheitlichen Aufbau, der unabhängig von Hersteller und Technologie ist. Ziel: ein klar strukturiertes, dokumentiertes Kabelsystem das langlebig, erweiterbar und einfach zu verwalten ist.
Für FISI-Azubis ist strukturierte Verkabelung prüfungsrelevant: Wo kommen Geräte-, Etagenverteiler und Gebäudeverteiler hin? Was bedeutet 90/10-Regel? Welche Kabellängen gelten auf welcher Ebene? Diese Lektion beantwortet all das. Die zugrundeliegende Kabeltechnik: Netzwerkkabel: Kupfer und Glasfaser.
1) Das 3-Ebenen-Modell
Strukturierte Verkabelung nach EN 50173 ist hierarchisch in drei Ebenen aufgebaut: Primär-, Sekundär- und Tertiärverkabelung. Jede Ebene hat eigene Kabellängen, Technologien und Verteiler. Klicke auf eine Ebene für Details.
Medium: Fast immer Glasfaser (Außenbereich, lange Strecken, Blitzschutz). Monomode-LWL für große Campusgeländen, Multimode für kürzere Strecken bis ~500m.
Max. Länge: 1.500 m (Glasfaser Außenverlegung), typisch deutlich kürzer.
Wichtig: Keine direkte Verbindung zu Endgeräten – reine Backbone-Ebene zwischen Gebäuden. Kabel müssen für Außenverlegung geeignet sein (UV-Schutz, Nagetierresistenz, Zugentlastung).
Medium: Glasfaser (bevorzugt) oder Kupfer (Cat6A, Cat7) für kürzere Strecken.
Max. Länge: 500 m (Glasfaser) / 90 m (Kupfer).
Wichtig: Auch hier keine direkte Verbindung zu Endgeräten. Typischerweise ein EV pro Stockwerk oder pro 200–300m² Fläche.
Medium: Kupfer (Cat6A standard für Neuinstallationen, Cat7 für anspruchsvolle Umgebungen) oder Glasfaser.
Max. Länge: 90 m fest verlegtes Kabel + 5 m Patchkabel am EV + 5 m Anschlusskabel am Endgerät = 100 m gesamt. Wichtigste Längenregel für die Prüfung!
Endgeräte-Verbindung: Anschlussdose (Wanddose, Bodentankdose) → Patchkabel → PC/Switch/Telefon.
2) Die 90-m-Regel und die 100-m-Gesamtstrecke
Die wichtigste Längenregel der strukturierten Verkabelung und eine häufige IHK-Prüfungsfrage: Was darf wie lang sein?
3) Überblick: Normen und Verteiler
| Begriff | Abkürzung | Funktion |
|---|---|---|
| Campusverteiler | CV | Zentraler Verteiler auf dem Campus, verbindet Gebäude |
| Gebäudeverteiler | GV | Verteiler je Gebäude, verbindet Etagen |
| Etagenverteiler | EV | Verteiler je Stockwerk, verbindet Arbeitsplätze |
| Anschlussdose | TAE/RJ45-Dose | Wanddose am Arbeitsplatz, Endpunkt der festen Verkabelung |
| Patch-Panel | PP | Passive Anschlussleiste im Verteiler (19") |
| EN 50173 | – | Europäische Norm für strukturierte Verkabelung (≡ ISO/IEC 11801) |
Zusammenfassung
Strukturierte Verkabelung nach EN 50173 gliedert sich in drei Ebenen: Primär (Campusverteiler↔Gebäude, bis 1500m), Sekundär (Gebäude↔Etage, bis 500m), Tertiär (Etage↔Arbeitsplatz, max. 90m fest + 10m Patchkabel = 100m gesamt). Glasfaser für Backbone-Ebenen, Kupfer (Cat6A+) für Tertiär. Zugehörige Kabeltechnik: Netzwerkkabel. Die aktiven Geräte (Switch, Router): Netzwerkgeräte im Vergleich.
