- 1 Section
- 10 Lessons
- unbegrenzt
- Zahlensysteme & Boolesche Algebra10
- 1.1Warum Zahlensysteme? Stellenwertsysteme
- 1.2Binärsystem: Aufbau und Zählen
- 1.3Dezimal ↔ Binär umrechnen
- 1.4Hexadezimalsystem
- 1.5Hex ↔ Binär ↔ Dezimal: alle Umrechnungen
- 1.6Negative Zahlen: Zweierkomplement
- 1.7Boolesche Algebra: UND, ODER, NICHT
- 1.8XOR, NAND, NOR
- 1.9Bitmasken und logische Verknüpfungen in der IT
- 1.10Aufgaben Zahlensysteme & Logik
Aufgaben Zahlensysteme & Logik
Die letzte Lektion des Kurses – jetzt geht es an die Prüfungsvorbereitung. Wir gehen zwölf typische IHK-Aufgaben zu allen Themen durch: Binärsystem, Umrechnungen, Hex, Zweierkomplement, Boolesche Algebra und Bitmasken. Versuch erst selbst zu antworten, dann die Musterlösung aufklappen.
Die Aufgabentypen entsprechen denen aus echten Prüfungen: Umrechnung, Berechnung, Wahrheitstabelle, Vereinfachung mit Booleschen Gesetzen und Praxis-Szenarien. Wer diese fünf Muster beherrscht, ist gut vorbereitet.
1) Überblick
2) Aufgaben Teil A – Zahlensysteme & Umrechnungen
185 in das Binär- und das Hexadezimalsystem um. Zeigen Sie den Rechenweg.2F16?(a) Unsigned (nur positiv): Von 0 bis 2¹² - 1 = 0 bis 4 095.
(b) Signed (Zweierkomplement): Von -2¹¹ bis 2¹¹ - 1 = -2 048 bis +2 047.
-25 als 8-Bit Zweierkomplement dar. Zeigen Sie den Rechenweg.00011001₂Schritt 2: Alle Bits flippen.
11100111₂ = E716
11100111 → flippen → 00011000 → + 1 → 00011001 = 25. Original-Bitmuster war also -25 ✓3) Aufgaben Teil B – Boolesche Algebra
Y = (A ∧ B) ∨ (¬A ∧ C) mit drei Eingangsvariablen A, B, C.A∧B und ¬A∧C). Dann das Endergebnis daraus berechnen. Macht das systematische Auswerten viel sicherer als alles auf einmal im Kopf.¬(A ∨ ¬B ∨ C).¬(A ∨ B) = ¬A ∧ ¬B. Die Negation wird auf jedes Element verteilt, ∨ wird zu ∧:
¬A ∧ B ∧ ¬C
101101002 XOR 010100102? Wie viele Bits sind in den beiden Operanden unterschiedlich? Wie nennt man diese Anzahl?11100110₂Anzahl unterschiedlicher Bits: die 1en im Ergebnis zählen → 5 Bits unterschiedlich.
Diese Anzahl heißt Hamming-Distanz. Sie wird zur Fehlererkennung in der Datenübertragung und beim Vergleich von Codes verwendet.
Zweites DeMorgansches Gesetz:
Gemeinsame Aussage: Die Negation kann „durch die Klammer hindurch" angewendet werden – dabei kippt jeder Operand und der Operator wechselt zwischen ∧ und ∨.
4) Aufgaben Teil C – Bitmasken & Praxis
192.168.10.130 mit Subnetzmaske 255.255.255.192. Berechnen Sie die Netzwerk-Adresse durch bitweise AND-Operation auf das letzte Oktett.130 in binär: 128 + 2 =
10000010192 in binär: 128 + 64 =
11000000
192.168.10.128Host-Teil: die letzten 6 Bits der IP =
000010 = 2. Also „Host Nummer 2 im Netz 192.168.10.128/26".
chmod 754 datei.sh ein – für Besitzer, Gruppe und andere? Schreiben Sie die Rechte sowohl als rwx-String als auch im Klartext.rwxr-xr--Im Klartext:
- Besitzer: darf lesen, schreiben, ausführen
- Gruppe: darf lesen und ausführen, aber nicht schreiben
- Andere: darf nur lesen
754 ist eine gängige Berechtigung für Skripte, die von der eigenen Gruppe ausgeführt werden dürfen, aber vor versehentlichem Editieren sicher sind. Mehr in Lektion 9.101100102. Berechnen Sie:(a) Bit 4 setzen (Position von rechts ab 0).
(b) Bit 1 löschen.
(c) Bit 7 umschalten.
Geben Sie für jeden Teil die nötige Maske und das Resultat an.
10110010.(a) Bit 4 setzen → OR mit Maske
00010000 (= 16, oder 1<<4):
11111101 (= ~00000010):
10000000 (= 128):
1<<n (1 in der betroffenen Position, sonst 0). Setzen → OR. Löschen → AND mit invertierter Maske. Umschalten → XOR.(a) Was ergibt
5 << 3?(b) Was ergibt
200 >> 2 (unsigned)?(c) Erklären Sie kurz, warum Bit-Shifts oft schneller sind als Multiplikation oder Division mit Zweier-Potenzen.
Bit-Shifts sind elementare CPU-Operationen, die in einem einzigen Taktzyklus ausgeführt werden – das Bitmuster im Register wird einfach „verschoben". Multiplikation und Division dagegen benötigen ein deutlich komplexeres Schaltwerk und mehrere Taktzyklen. Moderne Compiler optimieren daher Multiplikationen mit Zweier-Potenzen automatisch zu Shifts (z.B.
x * 8 wird zu x << 3).
>> (arithmetisch, behält Vorzeichen) und >>> (logisch, immer mit 0 nachfüllen). Mehr in Lektion 9.5) Mini-Quiz: schnelle Zuordnung
Sieben kurze Multiple-Choice-Fragen zur Wiederholung der Kernkonzepte:
6) Cheatsheet – das musst du auswendig wissen
Am Tag vor der Prüfung überfliegen. Wer diese Begriffe und Werte in der Klausur souverän einsetzt, holt die letzten Punkte:
2ⁿ. Größter unsigned: 2ⁿ-1. Signed: -2ⁿ⁻¹...+2ⁿ⁻¹-1¬(A∧B) = ¬A∨¬B · ¬(A∨B) = ¬A∧¬B(wert & maske) != 0 → AND mit Maskewert | maske → OR mit Maskewert & ~maske → AND mit invertierter Maskewert ^ maske → XOR mit Maskex << n = x · 2ⁿ · x >> n = x / 2ⁿchmod 755 = rwxr-xr-xZusammenfassung & Kurs-Abschluss
Damit ist der Kurs Zahlensysteme & Boolesche Algebra abgeschlossen. Du hast eine vollständige Tour gemacht: Stellenwertsysteme, das Binärsystem als Sprache der Computer, die Umrechnungs-Methoden, das praktische Hexadezimalsystem mit dem 4-Bit-Trick, die Umrechnungen zwischen allen Systemen, das Zweierkomplement für negative Zahlen, die Booleschen Grundoperationen, XOR/NAND/NOR mit DeMorgan und schließlich Bitmasken in der IT-Praxis. Die zwölf Aufgaben hier decken alle prüfungsrelevanten Aufgabentypen ab. Take-Aways: Zahlensysteme sind nur unterschiedliche Schreibweisen derselben Zahl. Binär ist universelle Brücke zwischen Dezimal und Hex. Zweierkomplement erlaubt Subtraktion durch Addition. Boolesche Algebra ist Grundlage aller Logik in Hardware und Code. Bitmasken sind das praktische Werkzeug für effizientes Bit-Manipulieren in Subnetzmasken, Unix-Rechten, API-Flags und vielen anderen Stellen. Nächster Schritt im Lehrplan: Algorithmen und Datenstrukturen (K39), wo viele dieser Konzepte angewendet werden.
