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- Windows Server10
- 1.1Windows Server Editionen und Lizenzierung
- 1.2Rollen und Features: AD DS, DNS, DHCP, IIS
- 1.3Active Directory installieren
- 1.4Benutzer, Gruppen, OUs verwalten
- 1.5Gruppenrichtlinien (GPO) erstellen
- 1.6Windows-Backup und Wiederherstellung
- 1.7Ereignisanzeige (Event Log)
- 1.8WSUS – Windows Server Update Services
- 1.9Remote Desktop Services (RDS)
- 1.10Aufgaben Windows Server
Rollen und Features: AD DS, DNS, DHCP, IIS
Ein frisch installierter Windows Server ist wie ein leerer Werkzeugkasten: Das Gehäuse ist da, aber es fehlt noch das eigentliche Werkzeug. In der Windows-Server-Welt heißen diese Werkzeuge Rollen und Features. Eine Rolle macht den Server zu einem spezialisierten Dienst – zum Beispiel zum DNS-Server, zum DHCP-Server oder zum Domänencontroller mit Active Directory. Ein Feature ist eine ergänzende Funktion, die keine eigenständige Serverrolle darstellt, z.B. der Failover-Clustering-Dienst oder die SNMP-Bibliothek.
Der Unterschied zwischen Rolle und Feature ist fließend: Eine Rolle ist ein Hauptdienst, den ein Server nach außen anbietet. Ein Feature ist eine Unterstützungsfunktion. In der Praxis interessieren dich als FISI-Azubi besonders die vier Kernrollen, die du in fast jeder Windows-Unternehmensumgebung antriffst: AD DS, DNS, DHCP und IIS. Diese vier sind so grundlegend, dass sie zusammen oft als das Fundament jeder Windows-Netzwerkinfrastruktur bezeichnet werden.
1) Die vier Kernrollen im Detail
Jede der vier Rollen hat einen klaren Aufgabenbereich. AD DS macht den Server zum Domänencontroller und ist das Herzstück der Windows-Netzwerkverwaltung. DNS sorgt dafür dass Computer sich über Namen finden statt über IP-Adressen. DHCP verteilt automatisch IP-Adressen an neue Geräte. IIS stellt Webseiten und Webanwendungen bereit. In einem typischen Unternehmensnetzwerk laufen AD DS, DNS und oft DHCP auf denselben Domänencontrollern:
2) Server-Manager – das zentrale Dashboard
Der Server-Manager ist die grafische Schaltzentrale für Windows Server. Hier installierst du Rollen, überwachst den Zustand aller Dienste und verwaltest auch Remote-Server in einer Übersicht. Er startet beim Login auf dem Server automatisch. Für die meisten administrativen Aufgaben gibt es alternativ auch PowerShell-Befehle – beides zu kennen ist für die Praxis wichtig.
Besonders nützlich: Der Server-Manager zeigt auch Warnungen und Fehler in Echtzeit. Wenn ein Dienst abstürzt oder eine Konfigurationslücke besteht (z.B. DHCP nicht autorisiert), erscheint ein gelbes Ausrufezeichen. Das ist die erste Stelle, die du morgens beim Login checkst.
3) Weitere wichtige Rollen
Neben den vier Kernrollen gibt es viele weitere, die du im Laufe deiner Ausbildung kennenlernen wirst. Die wichtigsten für die IHK-Prüfung:
| Rolle | Kürzel | Funktion |
|---|---|---|
| File and Storage Services | FSS | Dateiserver, Freigaben, DFS, Quotas |
| Remote Desktop Services | RDS | Terminalserver, Remote-Apps, VDI |
| Active Directory Certificate Services | ADCS | Interne PKI und Zertifikatsverwaltung |
| Windows Server Update Services | WSUS | Zentrale Updateverwaltung für alle Windows-Clients |
| Hyper-V | – | Virtualisierungsplattform, Type-1-Hypervisor |
| Network Policy Server | NPS | RADIUS-Server für 802.1X und VPN-Authentifizierung |
Zusammenfassung
Rollen = spezialisierte Serverfunktionen. Features = Unterstützungsfunktionen. Vier Kernrollen: AD DS (Domänencontroller), DNS (Namensauflösung, Pflicht für AD), DHCP (IP-Verteilung, Autorisierung nötig), IIS (Webserver). Installation per Server-Manager oder PowerShell. Server-Manager zeigt Zustand aller Rollen und Warnungen in Echtzeit.
