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- Windows Server10
- 1.1Windows Server Editionen und Lizenzierung
- 1.2Rollen und Features: AD DS, DNS, DHCP, IIS
- 1.3Active Directory installieren
- 1.4Benutzer, Gruppen, OUs verwalten
- 1.5Gruppenrichtlinien (GPO) erstellen
- 1.6Windows-Backup und Wiederherstellung
- 1.7Ereignisanzeige (Event Log)
- 1.8WSUS – Windows Server Update Services
- 1.9Remote Desktop Services (RDS)
- 1.10Aufgaben Windows Server
Gruppenrichtlinien (GPO) erstellen
Gruppenrichtlinien (GPO – Group Policy Objects) sind eines der mächtigsten Werkzeuge in der Windows-Administrationswelt. Stell dir vor, du willst dass auf allen 500 Firmencomputern der Bildschirmschoner nach 10 Minuten aktiviert wird, USB-Sticks gesperrt sind und alle Desktops denselben Hintergrund haben. Ohne GPOs müsstest du jeden Computer einzeln konfigurieren. Mit GPOs erstellst du eine einzige Richtlinie, verknüpfst sie mit der richtigen OU – und alle betroffenen Computer ziehen die Einstellungen beim nächsten Start automatisch.
GPOs greifen auf Computer- und Benutzerkonfiguration. Du kannst damit Sicherheitseinstellungen vorgeben, Software verteilen, Laufwerke mappen, Registrierungseinträge setzen, Windows-Firewall konfigurieren und vieles mehr. Insgesamt gibt es über 4.000 konfigurierbare Einstellungen in einer GPO. Das klingt überwältigend – in der Praxis nutzt du aber immer dieselben 20–30 Einstellungen.
1) Verarbeitungsreihenfolge: LSDOU
Was passiert, wenn verschiedene GPOs widersprüchliche Einstellungen haben? Zum Beispiel: Eine Domain-GPO erlaubt USB-Sticks, eine OU-GPO verbietet sie. Wer gewinnt? Windows verarbeitet GPOs immer in einer festen Reihenfolge: LSDOU – Local, Site, Domain, OU. Später verarbeitete Richtlinien überschreiben frühere. Die OU-Richtlinie gewinnt also – USB gesperrt. Verschachtelte OUs folgen dabei der Hierarchie von oben nach unten.
gpresult /r auf dem Client zeigt welche GPOs angewendet wurden und warum manche nicht gegriffen haben. gpupdate /force erzwingt sofortige Anwendung statt beim nächsten Neustart/Login.2) Typische GPO-Einstellungen in der Praxis
Damit du ein Gefühl bekommst was GPOs können: Hier sind die häufigsten Einstellungen die du in der Praxis konfigurierst. Alle sind über den Gruppenrichtlinien-Editor (gpmc.msc) oder gpedit.msc erreichbar:
3) GPO erstellen und verknüpfen – Kurzanleitung
| Schritt | GUI (gpmc.msc) | PowerShell |
|---|---|---|
| GPO erstellen | Group Policy Objects → Rechtsklick → New | New-GPO -Name "USB-Sperre" |
| GPO bearbeiten | Rechtsklick → Edit → gpedit öffnet | – |
| GPO verknüpfen | OU rechtsklicken → Link an Existing GPO | New-GPLink -Name "USB-Sperre" -Target "OU=Workstations,DC=..." |
| GPO sofort anwenden | – | gpupdate /force auf Client |
| GPO-Ergebnis prüfen | – | gpresult /r oder gpresult /h c:\gpo.html |
Zusammenfassung
GPOs = zentrale Konfiguration für alle Computer und Benutzer in einer AD-Umgebung. Verarbeitungsreihenfolge LSDOU: Local → Site → Domain → OU, letzte gewinnt. Getrennte Einstellungen für Computer (beim Start) und Benutzer (beim Login). gpresult /r zur Fehlerdiagnose, gpupdate /force zur sofortigen Anwendung.
