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- Windows Server10
- 1.1Windows Server Editionen und Lizenzierung
- 1.2Rollen und Features: AD DS, DNS, DHCP, IIS
- 1.3Active Directory installieren
- 1.4Benutzer, Gruppen, OUs verwalten
- 1.5Gruppenrichtlinien (GPO) erstellen
- 1.6Windows-Backup und Wiederherstellung
- 1.7Ereignisanzeige (Event Log)
- 1.8WSUS – Windows Server Update Services
- 1.9Remote Desktop Services (RDS)
- 1.10Aufgaben Windows Server
Windows Server Editionen und Lizenzierung
Bevor du Windows Server in einem Unternehmen installierst, stellt sich eine wichtige Frage: Welche Edition brauchst du eigentlich? Microsoft bietet Windows Server in verschiedenen Versionen an – und die Wahl der falschen Edition kostet entweder unnötig viel Geld oder schränkt die Funktionen ein. Als FISI-Azubi wirst du diese Entscheidung nicht immer selbst treffen, aber du sollst verstehen warum es verschiedene Editionen gibt und welche Lizenzierungsregeln dahinterstecken.
Stell dir Windows Server wie Autos vor: Ein Kleinwagen reicht für die Fahrt zur Arbeit. Ein Transporter kostet mehr, bietet aber Ladefläche für den Betrieb. Und ein Sattelzug ist für den täglichen Pendelverkehr komplett überdimensioniert – und teuer. Genauso verhält es sich mit den Windows-Server-Editionen: Essentials für kleine Büros, Standard für typische Unternehmen, Datacenter für große Rechenzentren mit vielen virtuellen Maschinen.
1) Die drei wichtigsten Editionen im Vergleich
Seit Windows Server 2016 hat Microsoft die Editionen vereinfacht. Die wichtigsten drei sind Essentials, Standard und Datacenter. Sie unterscheiden sich nicht in der technischen Funktion – ein Active Directory kann auf allen laufen – sondern vor allem in Lizenzgrenzen für Benutzer und virtuelle Maschinen. Klicke eine Edition für Details:
2) CAL – was ist das und wann brauche ich sie?
Wer einen Windows Server in einem Unternehmen betreibt, braucht nicht nur eine Server-Lizenz – jeder Benutzer oder jedes Gerät, das auf den Server zugreift, braucht außerdem eine CAL (Client Access License). Das ist ein häufiges Missverständnis: Die Server-Lizenz allein reicht nicht. Die CAL ist sozusagen der „Eintrittspreis" für jeden Nutzer.
Es gibt zwei Modelle: die Benutzer-CAL (ein Benutzer darf von beliebig vielen Geräten zugreifen – gut für Mobile Workers) und die Geräte-CAL (ein Gerät darf von beliebig vielen Benutzern genutzt werden – gut für geteilte Arbeitsplätze wie in der Produktion). Du wählst das Modell das günstiger ist – mischen erlaubt.
| CAL-Typ | Was sie erlaubt | Wann günstiger |
|---|---|---|
| Benutzer-CAL | Ein Benutzer greift von beliebig vielen Geräten zu | Mobile Worker, Home-Office, viele Geräte pro Nutzer |
| Geräte-CAL | Ein Gerät wird von beliebig vielen Benutzern genutzt | Schichtbetrieb, Produktion, geteilte PCs |
| RDS-CAL | Zugriff auf Remote Desktop Services | Wird zusätzlich zur Standard-CAL benötigt für RDS |
| Keine CAL nötig | Anonyme Internet-Zugriffe auf IIS-Webserver | Öffentliche Websites |
3) Versionen im Überblick
Neben der Edition gibt es auch unterschiedliche Versionszyklen. Microsoft veröffentlicht Windows Server in zwei Rhythmen: die Long-Term Servicing Channel (LTSC)-Versionen haben 10 Jahre Support (5 Jahre Mainstream + 5 Jahre Extended) und sind die Standard-Wahl für Produktionsserver. Der frühere Semi-Annual Channel (SAC) mit 18-Monats-Support wurde eingestellt.
| Version | Erscheinungsjahr | Support-Ende Mainstream | Support-Ende Extended |
|---|---|---|---|
| Windows Server 2016 | 2016 | 2022 | 2027 |
| Windows Server 2019 | 2018 | 2024 | 2029 |
| Windows Server 2022 | 2021 | 2026 | 2031 |
| Windows Server 2025 | 2024 | 2029 | 2034 |
Zusammenfassung
Drei Haupt-Editionen: Essentials (bis 25 User), Standard (2 VMs inklusive), Datacenter (unbegrenzte VMs). Lizenzierung seit 2016 Core-basiert, mindestens 16 Cores pro Server. Zusätzlich CAL pro Benutzer oder Gerät nötig. LTSC-Versionen mit 10 Jahren Support sind der Standard für Produktionsumgebungen.
