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RIP: Distance-Vector
RIP – das Routing Information Protocol – ist das älteste dynamische Routing-Protokoll, das noch in aktiver Verwendung ist. Es arbeitet nach dem Distance-Vector-Prinzip: Jeder Router kennt nur die Entfernung (Distance) zu einem Netzwerk und in welche Richtung (Vector) er senden muss. Er sieht die Topologie nicht direkt – er vertraut auf das, was seine Nachbarn ihm erzählen.
Das lässt sich gut mit dem Stille-Post-Spiel vergleichen: R1 sagt R2: „Ich kann Netz A in 1 Hop erreichen." R2 merkt: Wenn ich über R1 gehe, dann brauche ich 2 Hops. Das teilt R2 dann R3 mit: „Netz A ist 2 Hops von mir entfernt." So pflanzt sich die Information fort – aber R3 hat keine direkte Sicht auf die Topologie.
1) Wie RIP Updates versendet – animiert
RIP sendet alle 30 Sekunden seine gesamte Routing-Tabelle an alle direkten Nachbarn (Broadcast/Multicast). Beim Start kennt jeder Router nur seine direkt angeschlossenen Netze. Nach mehreren Update-Zyklen hat sich die Information verbreitet:
2) RIP-Versionen und Konfiguration
| Version | Besonderheit | Subnetz-Unterstützung |
|---|---|---|
| RIPv1 | Classful, Broadcast, kein VLSM, kein Auth | Nein – veraltet |
| RIPv2 | Classless, Multicast (224.0.0.9), VLSM, optionale Auth | Ja – Standard heute |
| RIPng | RIP für IPv6 | IPv6 |
3) Die bekannten Probleme von RIP
Zusammenfassung
RIP = Distance-Vector, Metrik: Hop Count (max. 15), Update alle 30 s, AD=120. RIPv2 unterstützt VLSM und Multicast. Probleme: Count to Infinity, langsame Konvergenz, 15-Hop-Limit. Heute in der Praxis weitgehend durch OSPF ersetzt, aber prüfungsrelevant für das Verständnis des Distance-Vector-Prinzips.
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