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OSPF: Link-State
OSPF – Open Shortest Path First – ist das am weitesten verbreitete dynamische Routing-Protokoll in Unternehmensnetzen. Im Gegensatz zu RIP, das mit dem Stille-Post-Prinzip arbeitet, hat OSPF ein vollständiges Bild der Netzwerktopologie: Jeder OSPF-Router kennt alle Links im gesamten Netz und berechnet selbst den kürzesten Weg mit dem Dijkstra-Algorithmus.
Die Analogie: Statt sich auf die Aussagen der Nachbarn zu verlassen, erstellt jeder Router eine vollständige Landkarte des Netzes. Mit dieser Karte kann er selbst den schnellsten Weg berechnen – ohne Umwege über andere Router zu fragen. Das macht OSPF schnell, präzise und skalierbar.
1) OSPF-Prozess – von Hello bis zur Routing-Tabelle
OSPF läuft in mehreren klar definierten Phasen ab. Das Verständnis dieser Phasen ist wichtig – viele Konfigurationsprobleme lassen sich einem bestimmten Schritt zuordnen:
2) OSPF-Kosten – Metrik basierend auf Bandbreite
Die OSPF-Metrik heißt Cost und berechnet sich als: Cost = Referenzbandbreite / Interface-Bandbreite. Die Referenzbandbreite ist standardmäßig 100 Mbit/s (auf Cisco). Das bedeutet: Langsamere Links haben höhere Kosten (= werden ungünstiger bewertet):
auto-cost reference-bandwidth 1000 werden GigE als Cost 1 und FastEthernet als Cost 10 bewertet – OSPF bevorzugt dann korrekt den schnelleren Link.3) OSPF-Konfiguration (Cisco IOS)
Zusammenfassung
OSPF = Link-State, Metrik: Cost (= Referenz/Bandbreite), AD=110. Jeder Router hat vollständige Topologiekarte (LSDB). Dijkstra-Algorithmus berechnet kürzeste Wege. Schnelle Konvergenz (Sekunden). Phasen: Hello → Adjacency → LSA-Flooding → LSDB → SPF → Routing-Tabelle. Wichtig: auto-cost reference-bandwidth 1000 für korrekte Kosten bei Gig-Links.
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