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- Virtualisierung & Hypervisor10
- 1.1Was ist Virtualisierung?
- 1.2Hypervisor Typ 1 vs. Typ 2
- 1.3VMware vSphere / ESXi
- 1.4Microsoft Hyper-V
- 1.5KVM unter Linux
- 1.6VM-Snapshots, Clones und Templates
- 1.7Ressourcenzuweisung: CPU, RAM, Storage, Netzwerk
- 1.8Hochverfügbarkeit: vMotion, Live Migration
- 1.9VMs sichern und wiederherstellen
- 1.10Aufgaben Virtualisierung
KVM unter Linux
KVM (Kernel-based Virtual Machine) ist die Virtualisierungslösung die direkt im Linux-Kernel steckt – seit Kernel 2.6.20 (2007). Jeder moderne Linux-Server ist damit bereits ein potenzieller Hypervisor, ohne zusätzliche Software installieren zu müssen. KVM ist die Basis von Google Cloud, Amazon EC2, OpenStack und Proxmox – damit läuft ein Großteil der Cloud-Welt auf KVM.
KVM allein kann noch nichts – es ist nur ein Kernel-Modul das die Hardwarevirtualisierung (Intel VT-x/AMD-V) zugänglich macht. Für das eigentliche Starten und Verwalten von VMs wird QEMU als Emulationsschicht genutzt und libvirt als Verwaltungs-API. Praktische Werkzeuge darüber sind virsh (Kommandozeile) und virt-manager (GUI).
1) KVM-Software-Stack
2) KVM einrichten – erste Schritte
# KVM und Tools installieren (Ubuntu) $ sudo apt install qemu-kvm libvirt-daemon-system virtinst virt-manager bridge-utils
# Benutzer zur libvirt-Gruppe hinzufügen $ sudo usermod -aG libvirt,kvm $(whoami)
# libvirtd starten und autostart aktivieren $ sudo systemctl enable --now libvirtd
# KVM-Kernel-Module prüfen $ lsmod | grep kvm kvm_intel 282624 0 kvm 892928 1 kvm_intel
3) virsh – VMs per Kommandozeile verwalten
4) KVM, Proxmox und Cloud
| Plattform | Basis | Einsatz |
|---|---|---|
| KVM + libvirt | Raw KVM, virsh/virt-manager | Einzelne Server, Entwicklungsumgebungen, direkter Einsatz |
| Proxmox VE | KVM + LXC auf Debian | KMU-Rechenzentrum, Home-Lab, kostenlose ESXi-Alternative mit Web-GUI und Cluster |
| OpenStack | KVM (Standard) + Neutron, Nova, Cinder | Private Cloud, große Rechenzentren, komplexes Setup |
| AWS EC2 / Google Cloud | Eigene KVM-Derivate (Nitro, KVM+) | Public Cloud – millionen von VMs laufen auf KVM-Basis |
Zusammenfassung
KVM = Kernel-Modul, macht Linux zum Typ-1-Hypervisor. QEMU = Hardware-Emulationsschicht. libvirt = Verwaltungs-API. virsh = CLI-Tool. VirtIO für beste Performance. Disk-Format: qcow2 (Thin Provisioning, Snapshots). Proxmox VE = einfache KVM-Plattform mit Web-GUI für KMU. KVM ist Basis fast aller Cloud-Plattformen.
