- 1 Section
- 10 Lessons
- unbegrenzt
- Relationale Datenbanken & ER-Modell10
- 1.1Was ist eine Datenbank? DBMS, Schema, Instanz
- 1.2ERM: Entitäten, Attribute, Beziehungen
- 1.3ER-Diagramm: Chen-Notation
- 1.4ER-Diagramm: Krähenfußnotation
- 1.5Kardinalitäten: 1:1, 1:N, M:N
- 1.6Vom ER-Modell zum Datenbankschema
- 1.7Normalisierung: 1. Normalform
- 1.8Normalisierung: 2. und 3. Normalform
- 1.9Denormalisierung
- 1.10Aufgaben ER-Modell & Normalisierung
ER-Diagramm: Chen-Notation
Die Chen-Notation ist die klassische und didaktisch klarste Form, ein Entity-Relationship-Modell zu zeichnen. Sie wurde 1976 von Peter Chen erfunden und ist heute Standard in deutschen Lehrbüchern und der IHK-Prüfung – auch wenn in der Industrie die Krähenfußnotation häufiger verwendet wird. Wer ER-Diagramme in einer Prüfung sieht, sieht meistens Chen.
Die Notation ist grafisch sehr ausführlich – jedes Konzept hat ein eigenes Symbol. Das macht sie gut lesbar für Anfänger, aber zeichnerisch aufwendig: Bei großen Datenmodellen wird ein Chen-Diagramm schnell unübersichtlich. Genau deswegen kennt die Industrie sparsamere Varianten. Aber zum Verstehen ist Chen ideal.
1) Die komplette Symbolgalerie
Chen kennt mehr Symbole als die drei Grundbausteine aus der vorherigen Lektion. Klick jede Karte an, um Details zu sehen:
Entität
Schwache Entität
Attribut
Schlüsselattribut
Mehrwertig
Abgeleitet
Beziehung
Identifizierende Bez.
2) Drei reale Beispiele in Chen-Notation
Drei verschiedene Domänen, drei verschiedene Diagramme – aber dieselbe Notation. Schalte zwischen den Beispielen und lies das Modell wie einen Satz: „Subjekt – Verb – Objekt".
3) Lesen lernen – die Faustregeln
Ein Chen-Diagramm zu lesen ist wie einen Satz zu lesen. Diese fünf Faustregeln helfen, jedes Diagramm zu entziffern:
- Rechtecke sind Substantive: Lies sie wie die Subjekte und Objekte eines Satzes.
- Rauten sind Verben: Sie verbinden zwei Rechtecke und bilden mit ihnen einen Satz: „Kunde tätigt Bestellung".
- Ellipsen sind Eigenschaften: Wer eine Linie zu einem Rechteck hat, gehört zu dieser Entität. Wer eine Linie zu einer Raute hat, ist ein Attribut der Beziehung.
- Unterstrichener Name = Schlüssel; gestrichelt = abgeleitet; Doppellinie = mehrwertig.
- Zahlen an Linien (1, N, M) sind Kardinalitäten – sie sagen, wie viele Entitäten der einen Seite mit wie vielen der anderen verknüpft sind.
4) Lies das Diagramm – Mini-Quiz
Übung macht den Meister. Hier sind drei kleine Diagramm-Leseaufgaben. Antwortbutton klicken – die Lösung erscheint sofort:
Frage 1
Frage 2
Frage 3
rechnungs_nr + positions_nr, und ON DELETE CASCADE sorgt dafür, dass Positionen verschwinden, wenn die Rechnung gelöscht wird.5) Wann Chen, wann etwas anderes?
Chen-Notation ist nicht die einzige Möglichkeit, ein ERM zu zeichnen. In der Praxis dominiert die Krähenfußnotation, weil sie kompakter ist und in Tools wie MySQL Workbench, draw.io oder DBeaver Standard ist. Wann nutzt man was?
| Situation | Empfohlene Notation | Grund |
|---|---|---|
| IHK-Prüfung, Schule, Lehrbuch | Chen | Didaktisch klar, jedes Konzept hat ein Symbol |
| Industrie, Datenbank-Tools | Krähenfuß | Kompakter, Tool-Unterstützung |
| UML-Welt, Software-Architektur | UML-Klassendiagramm | Vereinheitlichung mit anderen Diagrammen, siehe UML-Klassendiagramm |
| Eckiger Skizzen-Stil | Min-Max (auch „Chen-Variante") | In österreichischen/Schweizer Lehrbüchern verbreitet |
Wichtig: Alle Notationen drücken dasselbe Konzept aus – Entitäten, Attribute, Beziehungen, Kardinalitäten. Wer die Logik dahinter verstanden hat, übersetzt zwischen den Notationen in wenigen Minuten. Die Konzepte sind universell, die Symbole sind Geschmackssache.
Zusammenfassung
Die Chen-Notation ist die didaktisch klarste Form, ER-Diagramme zu zeichnen, und Standard in der IHK-Prüfung. Sie nutzt Rechtecke für Entitäten, Doppelrechtecke für schwache Entitäten, Ellipsen für Attribute (mit Unterstrich für Schlüssel, gestrichelt für abgeleitet, doppelt für mehrwertig), Rauten für Beziehungen (mit Doppelraute für identifizierende Beziehungen zu schwachen Entitäten). Linien verbinden alle Symbole, beschriftet mit Kardinalitäten (1, N, M). Ein Chen-Diagramm liest sich wie ein Satz: Substantiv – Verb – Substantiv. Im Vergleich zur Krähenfußnotation ist Chen ausführlicher und besser zum Lernen, aber bei großen Modellen unübersichtlich. Die Industrie nutzt deshalb meist Krähenfuß – die zugrundeliegenden Konzepte (Entität, Attribut, Beziehung, Kardinalität) sind aber identisch.
Verwandte Lektionen: Entity-Relationship-Modell · Krähenfußnotation · Kardinalitäten · und mehrWeitere relevante LektionenWas ist eine Datenbank?ER-Modell zu Schema1. NormalformPrimary & Foreign KeyReferenzielle IntegritätUML-KlassendiagrammCREATE TABLE
