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- Linux – Grundlagen & Serveradministration10
- 1.1Linux-Distributionen und Einsatzgebiete
- 1.2Dateisystem-Hierarchie (FHS)
- 1.3Grundlegende Kommandos
- 1.4Benutzerverwaltung
- 1.5Paketverwaltung: apt, yum/dnf
- 1.6Dienste verwalten mit systemd
- 1.7Netzwerkkonfiguration unter Linux
- 1.8Berechtigungen: rwx, SUID, SGID, Sticky Bit
- 1.9Logs auswerten: journald, syslog, logrotate
- 1.10Aufgaben Linux
Linux-Distributionen und Einsatzgebiete
Linux ist kein einzelnes Betriebssystem – es ist ein Kernel. Dieser Kernel bildet die Basis für hunderte von Distributionen (kurz: Distros), die ihn mit verschiedenen Werkzeugen, Paketverwaltungen und Oberflächen kombinieren. Als FISI-Azubi wirst du Linux täglich begegnen: auf Webservern, Datenbankservern, in Containern, auf Netzwerkgeräten und in Virtualisierungsumgebungen. Mehr als 90 % aller Server im Internet laufen auf Linux.
Für den Einstieg ist wichtig: Du musst nicht jede Distro kennen. Es gibt wenige große Distributionsfamilien die sich in Paketverwaltung, Release-Modell und typischem Einsatzgebiet unterscheiden. Wer eine Familie beherrscht, findet sich in den anderen schnell zurecht – die grundlegenden Konzepte sind überall gleich.
1) Die Distributionsfamilien
Fast alle Linux-Distributionen lassen sich auf eine Handvoll Ursprungs-Distributionen zurückführen. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal im Serverumfeld: die Paketverwaltung – also wie Software installiert, aktualisiert und deinstalliert wird. Klicke eine Familie für Details und typische Einsatzgebiete:
apt install nginx, apt update && apt upgrade. Im IHK-Kontext ist Ubuntu die am häufigsten erwartete Distro.dnf install nginx. Wichtiger Unterschied zu Debian: Konfigurationsdateien liegen teils an anderen Orten (z.B. Apache: /etc/httpd/ statt /etc/apache2/).zypper install nginx. Pakete sind im .rpm-Format wie bei Red Hat.pacman -S nginx. Für die IHK-Prüfung weniger relevant – merke dir: Arch = Rolling Release, pacman./var/log/), wie startet man Dienste. Diese Basics sind für alle Distros gleich – nur der Paketmanager unterscheidet sich.2) Linux im Unternehmenseinsatz
Linux ist nicht nur für Webserver. Im modernen IT-Betrieb begegnet dir Linux in vielen Rollen:
| Einsatzgebiet | Typische Distro | Warum Linux? |
|---|---|---|
| Webserver (Apache, nginx) | Ubuntu Server, RHEL/AlmaLinux | Stabilität, Performance, kostenlos |
| Datenbankserver (MySQL, PostgreSQL) | Ubuntu LTS, RHEL | Langzeitunterstützung, Sicherheit |
| Container-Host (Docker, Kubernetes) | Ubuntu, Alpine (in Containern) | Schlank, schnelle Starts |
| Virtualisierung (KVM) | Proxmox VE, Ubuntu | KVM im Kernel integriert |
| Firewall / Router | Debian, Alpine | iptables/nftables, Ressourceneffizienz |
| Samba-Fileserver / AD-Member | Ubuntu Server, RHEL | Samba für Windows-Dateifreigaben |
| DNS / DHCP (BIND, ISC) | Debian/Ubuntu | Referenzimplementierungen stammen aus Linux-Welt |
3) Kernel, Shell und der Boot-Prozess
Drei Begriffe musst du grundlegend verstehen. Der Linux-Kernel ist der Kern des Betriebssystems – er verwaltet Hardware, Prozesse und Speicher. Die Shell (meist bash) ist die Befehlszeile über die du mit dem System kommunizierst. systemd ist seit ca. 2012 der Standard-Init-Prozess (PID 1) – er startet als erstes nach dem Kernel und bringt alle Dienste hoch. Mehr zu systemd in Lektion 6.
Der Boot-Prozess in Kurzform: UEFI/BIOS → Bootloader (GRUB2) → Kernel wird geladen → initramfs (temporäres Root-Dateisystem) → systemd startet als PID 1 → Dienste werden gestartet → Login-Prompt erscheint.
Zusammenfassung
Linux-Distributionen sind Kernel + Software-Pakete + Konfiguration. Hauptfamilien: Debian (apt/.deb), Red Hat (dnf/.rpm), SUSE (zypper/.rpm), Arch (pacman/Rolling). Im Serverumfeld dominieren Ubuntu LTS und RHEL/AlmaLinux. systemd ist der Standard-Init-Prozess. Shell (bash) ist die primäre Administrationsoberfläche.
