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- Linux – Grundlagen & Serveradministration10
- 1.1Linux-Distributionen und Einsatzgebiete
- 1.2Dateisystem-Hierarchie (FHS)
- 1.3Grundlegende Kommandos
- 1.4Benutzerverwaltung
- 1.5Paketverwaltung: apt, yum/dnf
- 1.6Dienste verwalten mit systemd
- 1.7Netzwerkkonfiguration unter Linux
- 1.8Berechtigungen: rwx, SUID, SGID, Sticky Bit
- 1.9Logs auswerten: journald, syslog, logrotate
- 1.10Aufgaben Linux
Netzwerkkonfiguration unter Linux
Netzwerkkonfiguration unter Linux hat in den letzten Jahren einen Wandel durchgemacht. Die alten Werkzeuge (ifconfig, route, netstat) sind veraltet und durch modernere ersetzt worden: ip (iproute2), ss und networkctl. Gleichzeitig hat jede Distro ihr eigenes bevorzugtes System zur dauerhaften Netzwerkkonfiguration: Ubuntu nutzt Netplan mit YAML-Dateien, RHEL setzt auf NetworkManager mit nmcli.
Diese Lektion zeigt beide Ansätze und erklärt die wichtigsten Werkzeuge für Status-Abfragen und temporäre Konfigurationen. Für die IHK-Prüfung wichtig: Du solltest wissen wie man eine statische IP unter Ubuntu und unter RHEL konfiguriert.
1) Status-Abfragen – ip, ss und ping
# Routing-Tabelle anzeigen $ ip route show default via 192.168.1.1 dev eth0 proto dhcp 192.168.1.0/24 dev eth0 proto kernel scope link
# Offene TCP-Ports anzeigen (ss = modernes netstat) $ ss -tlnp State Recv-Q Send-Q Local Address:Port Peer Address:Port Process LISTEN 0 128 0.0.0.0:22 0.0.0.0:* users:(("sshd",pid=1234)) LISTEN 0 128 0.0.0.0:80 0.0.0.0:* users:(("nginx",pid=5678))
# Temporäre IP setzen (verloren nach Reboot) $ sudo ip addr add 192.168.1.101/24 dev eth0 $ sudo ip route add default via 192.168.1.1
2) Statische IP konfigurieren
# Konfiguration anwenden $ sudo netplan apply
# Testen ohne sofortiges Apply (rollback nach 120s wenn nicht bestätigt) $ sudo netplan try
# DNS-Server setzen $ sudo nmcli con mod "static-eth0" ipv4.dns "8.8.8.8 8.8.4.4"
# Verbindung aktivieren $ sudo nmcli con up "static-eth0"
# Alternativ: Konfigurationsdatei direkt bearbeiten # /etc/NetworkManager/system-connections/eth0.nmconnection (RHEL 9) $ nmcli con show # Alle Verbindungen auflisten $ nmcli device status # Interface-Status
# Interface neu starten $ sudo ifdown eth0 && sudo ifup eth0 # oder: $ sudo systemctl restart networking
3) SSH-Server konfigurieren und härten
SSH ist das primäre Werkzeug für die Remote-Verwaltung von Linux-Servern. Die Server-Konfiguration liegt in /etc/ssh/sshd_config. Die wichtigsten Sicherheitseinstellungen:
| Einstellung | Empfehlung | Warum? |
|---|---|---|
PermitRootLogin | no | Direkt-Login als root deaktivieren – Admin nutzt eigenes Konto + sudo |
PasswordAuthentication | no | Nur SSH-Keys erlauben – kein Brute-Force-Risiko |
Port | z.B. 2222 | Standardport 22 ändern – reduziert automatisierte Scans (Security by Obscurity, kein Ersatz für echte Sicherheit) |
AllowUsers | admin mueller | Nur bestimmte Benutzer dürfen sich per SSH anmelden |
MaxAuthTries | 3 | Maximale Fehlversuche vor Verbindungsabbruch |
Zusammenfassung
ip addr show / ip route show = Interface- und Routing-Status. ss -tlnp = offene Ports. Ubuntu: statische IP per Netplan YAML, netplan apply. RHEL: nmcli con add oder /etc/NetworkManager/. SSH-Härtung: PermitRootLogin no, PasswordAuthentication no, AllowUsers. DNS: /etc/resolv.conf (oft automatisch, nicht direkt bearbeiten).
