- 1 Section
- 11 Lessons
- unbegrenzt
- Kundenkommunikation & Beratungsgespräch11
- 1.1Sender-Empfänger-Modell
- 1.24-Ohren-Modell nach Schulz von Thun
- 1.3Aktives Zuhören, Fragetechniken und Bedarfsanalyse
- 1.4Beratungsgespräch strukturieren
- 1.5Zielgruppen unterscheiden und kommunizieren
- 1.6Englische IT-Fachsprache: Begriffe, Doku, Fehlermeldungen
- 1.7Marktbeobachtung: Preise und Wettbewerber vergleichen
- 1.8Marketing und Vertrieb unterstützen
- 1.9Daten multimedial aufbereiten und präsentieren
- 1.10Einwandbehandlung und Beschwerdemanagement
- 1.11Kunden einweisen und Kundenbeziehungen gestalten
Englische IT-Fachsprache: Begriffe, Doku, Fehlermeldungen
Englisch ist die Lingua Franca der IT – ob du willst oder nicht. Hersteller-Dokumentation kommt zuerst auf Englisch, Fehlermeldungen sind englisch, Stack Overflow ist englisch, internationale Tickets sind englisch, Konferenzen und Webinare meist englisch. Ein IT-Profi, der sich auf deutsche Übersetzungen verlässt, bekommt die Information mit Verspätung oder gar nicht. Englische IT-Fachsprache ist deshalb keine Kür, sondern Handwerk – auf zwei Ebenen: passiv (Doku lesen, Fehlermeldungen verstehen) und aktiv (Tickets schreiben, mit internationalen Kollegen telefonieren, in englischen Meetings agieren). Diese Lektion gibt dir einen Vokabel-Glossar in sechs Kategorien (Netzwerk, Security, Cloud, Dev, OPS, Business), erklärt typische Fehlermeldungen mit Übersetzung und Handlungsempfehlung, listet die wichtigsten Abkürzungen und zeigt, wie ein gut geschriebenes englisches Ticket aussieht. Wer hier solide unterwegs ist, hebt sich von Kollegen ab, die jedes Mal Google Translate brauchen.
1) Vokabel-Glossar nach Themen
Klick die Kategorien an für die wichtigsten Begriffe mit Aussprache und Bedeutung:
2) Häufige Fehlermeldungen und ihre Übersetzung
Echte Fehlertexte aus Linux, Windows, Browsern und Tools – mit Erklärung und Handlung:
telnet host port oder nc -zv host port.~/.ssh/authorized_keys hinterlegt? Berechtigungen auf ~/.ssh (700) und Schlüssel-Datei (600) korrekt?df -h für Belegung, df -i für Inodes. Logs alt? Tmp aufräumen? Disk erweitern?free -h, dmesg | grep -i oom. Mehr RAM, Java-Heap-Größe begrenzen, Memory-Leaks im Code suchen.3) Wichtige Abkürzungen
Akronyme, die du im englischsprachigen IT-Alltag ständig hörst:
4) Englische Tickets schreiben
Gleicher Sachverhalt, zwei Versionen – die zweite ist deutlich besser:
5) Typische Vokabel-Fallen (False Friends)
| Englisch | Klingt wie | Bedeutet aber |
|---|---|---|
actual | aktuell | tatsächlich (aktuell = „current") |
eventually | eventuell | schließlich, am Ende (eventuell = „possibly") |
sensible | sensibel | vernünftig (sensibel = „sensitive") |
brave | brav | mutig (brav = „well-behaved") |
handy | Handy | praktisch, griffbereit (Handy = „mobile phone") |
chef | Chef | Koch (Chef = „boss", „manager") |
gymnasium | Gymnasium | Turnhalle (Gymnasium = „high school", „grammar school") |
billion | Billion | Milliarde (Billion DE = „trillion") |
warehouse | Warenhaus | Lagerhalle (Warenhaus = „department store") |
6) Doku-Lesen: Hilfsstrategien
Englische Hersteller-Doku überfordert besonders bei Erst-Kontakt. Pragmatische Wege:
- Bilder und Code-Blöcke zuerst. Diagramme, Befehle, Beispiele sprechen über Sprachgrenzen.
- Überschriften scannen. Häufig genügt es, die richtige Sektion zu finden – nicht das ganze Dokument zu lesen.
- Inline-Translator-Browser-Plugins (DeepL, Google Translate Extension) helfen bei einzelnen Sätzen, ohne Kontextverlust.
- Hersteller-eigene Begriffe nicht übersetzen. „Active Directory" bleibt AD, „Tenant" bleibt Tenant – sonst findest du nichts auf Stack Overflow.
- Eigene Glossar-Notiz pflegen: persönliche Liste schwieriger Begriffe mit Erklärung.
- Audio-Inputs nutzen. YouTube-Tutorials, Podcasts mit Untertiteln – verbessern Hörverständnis schneller als reines Lesen.
7) Englische Meetings und Telefonate
Aktives Sprechen ist die schwierigere Disziplin. Bewährte Hilfen:
- Vorbereitung der eigenen Punkte schriftlich. Niemand muss frei reden – Notizen mit Schlüsselsätzen sind professionell.
- „Could you repeat that please?" / „Could you spell that?" Höfliche Standard-Phrasen, niemand nimmt sie übel.
- Verstanden-bestätigen mit Paraphrase. „If I understand correctly, you mean …?" Verhindert Missverständnisse.
- Pausen sind okay. Lieber denken als sprudeln. Native Speaker akzeptieren das problemlos.
- Einfache Sprache nutzen. Kurze Sätze, einfache Wörter. Wirken klarer, nicht weniger kompetent.
- Schriftliche Bestätigung nach dem Call. Vermeidet, dass Missverständnisse erst Wochen später auffliegen.
8) Antipatterns
- Wörtliche Übersetzung aus dem Deutschen. „I become an error" → „ich werde zu einem Fehler" (gemeint: „I get an error"). „Bekommen" ≠ „to become".
- Fachbegriffe übersetzen, die etabliert sind. „Active Directory" wird nicht zu „Aktivem Verzeichnis". Sucht- und Doku-Probleme.
- Höflichkeitsformeln weglassen. Im Englischen wirkt deutsche Direktheit oft schroff. „Could you …" statt „You should …".
- Abkürzungen ohne Auflösung. Bei erster Erwähnung in einem Doc immer ausschreiben: „API (Application Programming Interface)".
- Englisch nur passiv üben. Lesen reicht nicht – aktiv Tickets schreiben, in englischen Calls reden. Mut zur Lücke.
- Übersetzung-Sprache verwenden. „Please be informed that …" (deutsch-englisch) statt „Just letting you know …". Authentischer und kürzer.
- Slack/Mail nur auf Deutsch in gemischten Teams. Schließt nicht-deutsche Kollegen aus. Lösung: bei internationalen Teams default Englisch.
Zusammenfassung
Englische IT-Fachsprache ist Pflicht-Disziplin – Hersteller-Doku, Fehlermeldungen, Stack Overflow und internationale Kommunikation laufen alle auf Englisch. Wichtig ist sowohl passives Verständnis (Doku, Error Messages) als auch aktives Schreiben und Sprechen (Tickets, Calls). Hilfreich sind ein gepflegter Vokabel-Glossar in Themen-Kategorien, Kenntnis der wichtigsten Abkürzungen (API, SLA, RPO/RTO, RCA, IaC, …) und das Erkennen von „False Friends" wie eventually oder actual. Bei Tickets gilt: präzise Schreibweise mit Reproduce-Schritten, expected vs. actual – kein „nothing works". Aktives Sprechen verbessert sich nur durch Üben, nicht durch Lesen allein.
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