- 1 Section
- 10 Lessons
- unbegrenzt
- IT-Systemplanung & Integration10
- 1.1Systemlösungen konzipieren
- 1.2Machbarkeitsanalyse und Systemauswahl
- 1.3Kompatibilität prüfen
- 1.4Kompatibilitätsprobleme lösen
- 1.5Systemübergabe planen
- 1.6Systemübergabe durchführen und Abnahme
- 1.7Datenübernahme planen
- 1.8Datenübernahme durchführen und validieren
- 1.9Rollout-Szenarien: Big Bang, Parallel, Phasen
- 1.10Aufgaben Systemplanung
Aufgaben Systemplanung
Diese Lektion ist der Abschluss des Kurses: zehn IHK-typische Aufgaben quer durch alle Themen. Aufgabentypen wie in der echten Prüfung – Konzeption, Machbarkeit, Kompatibilität, Abnahme, Datenmigration und Rollout-Strategien. Mix aus Multiple Choice und einer Zuordnungsaufgabe. Nach jeder Antwort kommt die ausführliche Lösung mit Verweis auf die zugehörige Lektion.
Tipp: Versuche jede Aufgabe zuerst ohne Hilfe. Falsche Antworten zeigen dir, wo du noch nachschauen solltest. Bei mindestens 8 / 10 Punkten bist du auf einem guten Stand.
Eselbrücke: Der Auftraggeber trägt die Lasten → Lastenheft. Der Auftragnehmer hat die Pflicht → Pflichtenheft. Das Pflichtenheft entsteht als Antwort auf das Lastenheft und wird typischerweise Vertragsbestandteil. In agilen Projekten werden beide oft durch User Stories und Product-Backlog ersetzt. Mehr in Lastenheft & Pflichtenheft.
Die vier klassischen Dimensionen sind technisch (Technologie verfügbar, Performance), wirtschaftlich (Kosten, ROI, TCO), organisatorisch (Personal, Know-how, Betriebsrat) und rechtlich (DSGVO, Lizenzen, Branchenvorschriften). Wichtige Regel: alle vier müssen grünes Licht zeigen – ein „Nein" in einer Dimension stoppt das Projekt. Mehr in Machbarkeitsanalyse.
Berechnung: A: 0,40·8 + 0,35·6 + 0,25·7 = 3,20 + 2,10 + 1,75 = 7,05. B: 0,40·6 + 0,35·9 + 0,25·8 = 2,40 + 3,15 + 2,00 = 7,55. C: 0,40·5 + 0,35·8 + 0,25·9 = 2,00 + 2,80 + 2,25 = 7,05. B gewinnt deutlich. Die Methode in der Prüfung: Spalten-weise Gewicht × Bewertung, dann pro Variante aufsummieren. Mehr in Nutzwertanalyse.
Funktionale Anforderungen beantworten was das System tut (Funktionen, Use Cases). Nicht-funktionale Anforderungen beantworten wie das System sein soll – Performance, Verfügbarkeit, Sicherheit, Benutzbarkeit, Wartbarkeit. Antwortzeit ist klar Performance = nicht-funktional. Die Norm ISO 25010 definiert 8 Qualitätsmerkmale für nicht-funktionale Anforderungen. Mehr in Systemlösungen konzipieren.
Edge hat einen eingebauten IE-Modus, der eine IE-Engine im Browser nutzt. Per Group Policy lässt sich die Liste der Seiten konfigurieren, die im IE-Modus geladen werden. Übergangslösung bis ca. 2029. Windows-7-VMs sind ein massives Sicherheits- und Wartungsrisiko (kein Support, keine Patches). Komplette Neuentwicklung ist Ziel, aber nicht Übergangslösung. Firefox hat keinen vergleichbaren Modus. Mehr in Kompatibilitätsprobleme lösen.
Eine Kernfunktion (Drucken) ist bei der konkret beschriebenen typischen Nutzung (250 Seiten) gestört. Der Workaround „in Häppchen drucken" ist im Alltag unzumutbar. Klassen-Übersicht: A kritisch (System unnutzbar, Daten gefährdet → Verweigerung), B wesentlich (Kernfunktion gestört → meist Verweigerung), C unwesentlich (Workaround zumutbar → Vorbehalt), D kosmetisch (kein Funktionsausfall → vermerken). Mehr in Übergabe und Abnahme.
Extract: Daten aus dem Quellsystem auslesen (DB-Dump, CSV-Export, API-Pull). Transform: Im Staging-Bereich aufbereiten – Datentyp-Konvertierung, Encoding, Deduplication, Cleansing, Mapping. Load: Aufbereitete Daten ins Zielsystem schreiben (Stammdaten vor Bewegungsdaten). Variante ELT (Load vor Transform) wird in modernen Cloud-Warehouses genutzt, ist aber nicht das klassische Muster. Mehr in Datenübernahme planen.
Drei Faktoren sprechen dagegen, alles auf einmal zu machen: (1) viele Standorte (Risiko verteilen!), (2) unbekannte Daten (Lerneffekt aus Pilot wichtig), (3) geschäftskritisch (Big Bang zu riskant). Der Pilot liefert die Lessons Learned für die Wellen. Paralleler Betrieb an 7 Standorten gleichzeitig wäre extrem aufwändig und Personalkosten-intensiv. „Nur Stammdaten" ist keine vollwertige Rollout-Strategie. Mehr in Rollout-Szenarien.
Aktivität
Phase
Der typische Verlauf: Erst Anforderungen erheben (Konzeption), dann Varianten bewerten (Bewertung), dann das fertige System abnehmen (Abnahme), dann Stabilisieren und Auswerten (Nach-Rollout, Lessons Learned). Reihenfolge muss präzise sein – jede Aktivität gehört in genau eine Phase.
Quarantäne-Datensätze sind nicht die Entscheidung der IT allein – die Fachabteilung kennt die Bedeutung der Daten und muss klären: Wichtiger Kunde manuell aufbereiten? Karteileiche verwerfen? Archivieren für Audit-Trail? Stilles Weglassen ist riskant – beim späteren Audit fragt jemand „Wo sind diese 31 Kunden?". Automatische Defaults ohne Rückfrage erzeugen Datenfehler. Migration komplett abbrechen wegen 0,02 % Quote ist übertrieben. Mehr in Datenübernahme durchführen.
🎓 Auswertung
Schau dir die Lösungen jeder Aufgabe an – dort siehst du, in welcher Lektion das Thema vertieft behandelt wird.
Zum Abschluss: Was du nach diesem Kurs können solltest
Dieser Kurs hat dich durch die wesentlichen Themen der IT-Systemplanung und Integration geführt. Du solltest jetzt sicher sein bei:
- Den fünf Phasen der Systemkonzeption – Anforderungs- und Ist-Analyse, Soll-Konzept, Varianten, Bewertung
- Machbarkeitsanalyse in vier Dimensionen, Make-or-Buy, Risiko-Matrix, Proof of Concept
- Kompatibilitätsprüfung auf fünf Ebenen, Kompatibilitätsmatrix, Test-Arten, Test-Umgebungen
- Kompatibilitätsprobleme über die Eskalationsleiter lösen, Adapter-Patterns, Workaround vs. Refactoring
- Systemübergabe planen – Dokumentation, Stakeholder, Akzeptanzkriterien, Schulung, Support
- Abnahme mit Mängelklassifikation (A/B/C/D), Abnahmeprotokoll, rechtlichen Konsequenzen
- Datenmigration nach ETL-Muster, Datenqualitätsbewertung, Mapping, Migrationsstrategien
- Durchführung und Validierung der Migration, Cutover-Plan, Quarantäne, Rollback
- Rollout-Szenarien – Big Bang, Parallel-Lauf, Phasen, Pilot und ihre Hybriden
Bei mindestens 8 / 10 Punkten oben bist du auf einem sehr guten Stand. Für die Prüfung selbst lohnen sich die Querverbindungen: Projektmanagement als methodischer Rahmen, Wirtschaftlichkeitsrechnungen für die Bewertung, DSGVO für die rechtliche Seite, Change Management für die Einführung, ITIL für den späteren Betrieb.
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