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Remote-Access VPN
Anna arbeitet heute im Homeoffice und möchte auf das interne CRM-System und den Fileserver ihres Unternehmens zugreifen. Ohne VPN ist das nicht möglich – die Systeme sind nicht im Internet erreichbar. Mit Remote-Access VPN baut ihr Laptop eine verschlüsselte Verbindung zum VPN-Konzentrator im Firmennetz auf. Nach erfolgreichem Verbindungsaufbau erhält ihr Laptop eine interne IP-Adresse aus dem Firmennetz und kann alle internen Ressourcen erreichen.
Remote-Access VPN unterscheidet sich vom Site-to-Site VPN grundlegend: Es ist nutzerinitiert (der Client baut die Verbindung aktiv auf), erfordert eine Client-Software auf dem Endgerät, und die Verbindung wird bei Bedarf auf- und abgebaut – sie ist nicht permanent. Die Authentifizierung des Nutzers (nicht nur des Geräts) ist ein zentraler Bestandteil.
1) Verbindungsaufbau Schritt für Schritt
Der Aufbau einer Remote-Access-VPN-Verbindung läuft in mehreren Phasen ab: Client-Authentifizierung, Schlüsselaustausch, Tunnel-Aufbau und IP-Adressvergabe. Die Animation zeigt einen typischen Ablauf – einmal erfolgreich, einmal mit falschem Passwort abgelehnt.
2) IP-Adressvergabe und Routing
Nach dem Verbindungsaufbau erhält der Remote-Client eine virtuelle IP-Adresse aus einem reservierten VPN-Pool. Diese IP gehört zum internen Netzwerk – deshalb können interne Ressourcen den Client erreichen, als wäre er direkt im LAN.
3) Full Tunnel vs. Split Tunnel
Eine zentrale Designentscheidung bei Remote-Access VPN: Wird der gesamte Traffic des Clients durch den VPN-Tunnel geleitet (Full Tunnel), oder nur der Unternehmens-Traffic (Split Tunnel)?
4) Authentifizierungsmethoden
Remote-Access VPN muss den Nutzer zuverlässig authentifizieren – das ist der Kernunterschied zu Site-to-Site VPN, wo Gateway-zu-Gateway-Authentifizierung genügt. Schwache Authentifizierung ist das häufigste Einfallstor für VPN-Kompromittierungen.
Zusammenfassung
| Aspekt | Remote-Access VPN | Site-to-Site VPN |
|---|---|---|
| Wer verbindet sich | Einzelner Nutzer mit Client-Software | Ganzes Netz über Gateway |
| Verbindungstyp | On-Demand, manuell aufgebaut | Dauerhaft, automatisch |
| Authentifizierung | Nutzeridentität (Passwort, Zertifikat, MFA) | Gateway-Identität (PSK, Zertifikat) |
| IP-Vergabe | Client erhält IP aus VPN-Pool | Keine neue IP nötig (Netz zu Netz) |
| Protokolle | SSL/TLS (OpenVPN, AnyConnect), IKEv2, WireGuard | IPsec (IKEv2) |
