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- Netzwerkprotokolle10
- 1.1HTTP: Methoden, Statuscodes, Aufbau
- 1.2HTTPS und TLS im Alltag
- 1.3FTP, SFTP, FTPS
- 1.4SSH: Sicherer Fernzugriff
- 1.5RDP: Remote Desktop Protocol
- 1.6NTP: Zeitserver und Zeitsynchronisation
- 1.7SNMP: Netzwerkgeräte überwachen
- 1.8ICMP: Ping und Fehlermeldungen
- 1.9Wichtige Port-Nummern im Überblick
- 1.10Aufgaben Netzwerkprotokolle
RDP: Remote Desktop Protocol
Mit RDP – Remote Desktop Protocol steuerst du einen Windows-Computer über das Netzwerk, als würdest du direkt davor sitzen: du siehst den Desktop, kannst mit Maus und Tastatur arbeiten und Programme starten. RDP ist Microsofts proprietäres Protokoll für grafischen Fernzugriff, das seit Windows NT 4.0 Terminal Server Edition existiert und heute in jeder Windows-Version eingebaut ist. Als IT-Fachkraft nutzt du RDP täglich: für Helpdesk-Support, Server-Administration und Homeoffice-Lösungen.
RDP läuft standardmäßig auf Port 3389 (TCP und UDP) und überträgt Bildschirminhalte, Maus-/Tastatureingaben, Audio und Dateizugriffe in einem einzigen verschlüsselten Protokoll. Für Linux-Systeme gibt es vergleichbare Protokolle wie VNC und X2Go, die aber auf anderen technischen Ansätzen basieren.
1) RDP aktivieren und verbinden
RDP ist auf Windows-Servern und Windows-Pro/Enterprise-Clients verfügbar – auf Windows Home fehlt die Funktion, einen RDP-Server zu betreiben (nur Verbindung zu anderen ist möglich). Die Einrichtung ist schnell erledigt, erfordert aber die richtigen Berechtigungen.
2) RDP, VNC und SSH – wann was einsetzen?
Für Remote-Zugriff gibt es mehrere Protokolle, die sich in Ansatz, Sicherheit und Anwendungsfall unterscheiden. Die Wahl des richtigen Protokolls hängt vom Betriebssystem, dem Netzwerk und den Anforderungen ab.
RDP
- Windows-nativ
- Port 3389
- Komprimierter Desktop-Stream
- Audio, Drucker, Clipboard
- NLA für Sicherheit
- Ideal für Windows-Admin
VNC
- Plattformübergreifend
- Port 5900
- Kein Kompressionsstandard
- Verschlüsselung optional
- Weniger effizient als RDP
- Gut für Linux-Desktops
SSH
- Alle Systeme
- Port 22
- Nur Kommandozeile
- Immer verschlüsselt
- Sehr effizient
- Ideal für Server-Admin
3) RDP absichern
RDP ist ein beliebtes Angriffsziel: Port 3389 wird im Internet permanent nach offen erreichbaren RDP-Servern gescannt. Ein direkt erreichbarer RDP-Server ohne weitere Schutzmaßnahmen ist ein erhebliches Sicherheitsrisiko. In der Praxis sollte RDP nie direkt aus dem Internet erreichbar sein.
4) RDP-Lizenzierung auf Windows Server
Auf Windows-Server-Systemen mit mehreren gleichzeitigen Benutzern (Remote Desktop Services, RDS) ist eine RDS-Lizenzierung erforderlich. Ohne Lizenzserver läuft RDS nur 120 Tage in einer Testphase. Es gibt zwei Lizenztypen:
| Lizenztyp | Bedeutung | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Per User (CAL) | Eine Lizenz pro Benutzer-Account | Mitarbeiter mit festen Zugangsdaten |
| Per Device (CAL) | Eine Lizenz pro Gerät | Shared Workstations, Schichtbetrieb |
Weitere Informationen zu Windows Server-Diensten findest du in Kurs K27 – Windows Server. Den Zusammenhang zwischen Fernzugriffs-Protokollen und dem OSI-Modell (RDP ist Schicht 7) erklärt Kurs K20 – OSI-Modell und TCP/IP-Stack.
