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- 10 Lessons
- unbegrenzt
- Netzwerkprotokolle10
- 1.1HTTP: Methoden, Statuscodes, Aufbau
- 1.2HTTPS und TLS im Alltag
- 1.3FTP, SFTP, FTPS
- 1.4SSH: Sicherer Fernzugriff
- 1.5RDP: Remote Desktop Protocol
- 1.6NTP: Zeitserver und Zeitsynchronisation
- 1.7SNMP: Netzwerkgeräte überwachen
- 1.8ICMP: Ping und Fehlermeldungen
- 1.9Wichtige Port-Nummern im Überblick
- 1.10Aufgaben Netzwerkprotokolle
HTTP: Methoden, Statuscodes, Aufbau
Jedes Mal, wenn du eine Website aufrufst, eine API nutzt oder eine Datei herunterlädst, läuft im Hintergrund HTTP ab – das Hypertext Transfer Protocol. HTTP ist das Fundament des World Wide Web und gleichzeitig das meistgenutzte Anwendungsprotokoll überhaupt. Als angehende IT-Fachkraft begegnest du HTTP täglich: in Browser-Anfragen, REST-APIs, Webserver-Konfigurationen und Diagnosetools. Diese Lektion erklärt, wie HTTP aufgebaut ist, welche Methoden es gibt und was die Statuscodes bedeuten – prüfungsrelevant und praxisnah.
HTTP arbeitet nach dem Client-Server-Prinzip: Der Client (meist ein Browser) schickt eine Anfrage (Request), der Server antwortet mit einer Rückmeldung (Response). Das Protokoll läuft über TCP, standardmäßig auf Port 80 (unverschlüsselt) bzw. Port 443 bei HTTPS. HTTP ist zustandslos – jede Anfrage ist unabhängig, der Server merkt sich zwischen zwei Anfragen nichts. Für Sitzungen (Login, Warenkorb) werden deshalb Mechanismen wie Cookies oder Session-Tokens eingesetzt.
1) Aufbau einer HTTP-Anfrage und -Antwort
Eine HTTP-Kommunikation besteht immer aus zwei Teilen: dem Request (Anfrage vom Client) und dem Response (Antwort vom Server). Beide haben denselben grundlegenden Aufbau: eine Startzeile, Header-Felder und einen optionalen Body. Die folgende Simulation zeigt eine typische GET-Anfrage mit zugehöriger Server-Antwort.
2) HTTP-Methoden
HTTP definiert verschiedene Methoden (auch „Verben" genannt), die angeben, was der Client mit der adressierten Ressource tun möchte. Im Webentwicklungs- und API-Kontext spricht man von einem REST-Interface, wenn die HTTP-Methoden semantisch korrekt eingesetzt werden – GET für Abfragen, POST für Anlegen, PUT/PATCH für Ändern, DELETE für Löschen. Für die IHK sind GET und POST die wichtigsten Methoden, aber alle hier aufgeführten kommen in Prüfungsaufgaben vor.
?key=val). Ergebnis cachebar.3) HTTP-Statuscodes
Jede HTTP-Antwort enthält einen dreistelligen Statuscode, der das Ergebnis der Anfrage beschreibt. Die erste Ziffer gibt die Klasse an – 2xx bedeutet Erfolg, 4xx bedeutet Client-Fehler, 5xx bedeutet Server-Fehler. Im Alltag siehst du diese Codes in Browser-Fehlermeldungen, Server-Logs und API-Antworten. Die IHK fragt Statuscodes regelmäßig – insbesondere 200, 301, 302, 400, 401, 403, 404 und 500.
1xx – Informational (selten in der Praxis)
2xx – Success
3xx – Redirection
4xx – Client Error
5xx – Server Error
4) HTTP-Header im Detail
HTTP-Header übermitteln Metadaten zur Anfrage oder Antwort – sie steuern Caching, Authentifizierung, Komprimierung und Inhaltstypen. Du wirst Header täglich in Browser-Entwicklertools, Server-Konfigurationen und API-Dokumentationen begegnen. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Header, die in IHK-Aufgaben und im Berufsalltag auftauchen.
| Header | Richtung | Bedeutung & Beispiel |
|---|---|---|
Host | Request | Ziel-Hostname – zwingend bei HTTP/1.1. Host: www.beispiel.de |
Content-Type | beide | MIME-Typ des Body. application/json, text/html; charset=UTF-8 |
Authorization | Request | Zugangsdaten. Bearer eyJhbGci... (Token) oder Basic dXNlcjpwYXNz |
Cache-Control | beide | Cache-Verhalten. no-cache, max-age=3600, no-store |
Cookie | Request | Gespeicherte Sitzungsdaten. Cookie: session=abc123 |
Set-Cookie | Response | Server setzt einen Cookie. Flags: HttpOnly, Secure, SameSite |
Location | Response | Weiterleitungs-URL bei 3xx. Location: https://neu.beispiel.de/ |
User-Agent | Request | Browser/Client-Kennung. Wird für Browser-Detection verwendet. |
Accept | Request | Welche Formate der Client akzeptiert. Accept: application/json |
ETag | Response | Eindeutige Version einer Ressource – für Cache-Validierung. |
5) GET vs. POST – der wichtigste Unterschied
In IHK-Aufgaben wird häufig gefragt, wann GET und wann POST zu verwenden ist. Der entscheidende Unterschied liegt darin, wo die Daten übertragen werden und welche Auswirkungen das auf Sicherheit und Verhalten hat.
GET
- Parameter in der URL:
?user=max&pw=123 - URL wird in Browser-History gespeichert
- URL wird in Server-Logs protokolliert
- Kein Body – begrenzte Datenmenge
- Kann gecacht werden
- Geeignet für: Suche, Navigation, Filter
POST
- Parameter im Body – nicht in der URL sichtbar
- Nicht in Browser-History
- Nicht in Server-Logs (Body wird nicht geloggt)
- Größere Datenmengen möglich
- Nicht cachebar
- Geeignet für: Login, Formulare, Dateiupload
6) HTTP in der Praxis: curl und Browser-Devtools
Mit dem Kommandozeilen-Tool curl kannst du HTTP-Anfragen direkt testen – ideal für die Diagnose von APIs und Webservern. Die Browser-Entwicklertools (F12 → Netzwerk) zeigen dir alle Requests und Responses mit Headers, Statuscodes und Timings in Echtzeit.
Weitere Protokolle, die auf HTTP aufbauen oder eng damit zusammenhängen, behandeln folgende Lektionen: HTTPS und TLS im Alltag, FTP, SFTP und FTPS sowie die Portübersicht aller wichtigen Protokolle. Den Zusammenhang mit dem OSI-Modell (HTTP ist Schicht 7) erklärt das OSI-Referenzmodell.
