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- HTML & CSS – Grundlagen10
- 1.1Wie funktioniert das Web? HTTP, Browser, Server
- 1.2HTML-Grundstruktur: DOCTYPE, head, body
- 1.3Textelemente: Überschriften, Absätze, Listen, Links
- 1.4Bilder, Tabellen und semantische Elemente
- 1.5HTML-Formulare: input, select, textarea
- 1.6CSS-Grundlagen: Selektoren, Eigenschaften, Kaskade
- 1.7CSS Box-Modell: margin, padding, border
- 1.8CSS-Layout: Flexbox
- 1.9CSS-Layout: Grid
- 1.10Responsive Design und Media Queries
Wie funktioniert das Web? HTTP, Browser, Server
Bevor wir HTML und CSS schreiben, müssen wir verstehen wo dieser Code überhaupt landet und wer ihn ausführt. Wenn du www.beispiel.de in den Browser tippst, passiert in Bruchteilen einer Sekunde eine ganze Maschinerie: dein Browser fragt einen DNS-Server nach der IP-Adresse, baut eine Verbindung zum richtigen Server auf, schickt eine HTTP-Anfrage, bekommt HTML zurück und stellt das auf deinem Bildschirm dar.
Stell dir das wie einen Anruf in einem riesigen Telefonbuch vor. Du kennst den Namen einer Firma (die Domain), aber nicht deren Telefonnummer (die IP-Adresse). Du fragst die Auskunft (den DNS-Server) nach der Nummer, dann rufst du an. So funktioniert das Web im Prinzip jeden Tag, milliardenfach.
1) Client und Server – die Grundrollen
Im Web gibt es immer mindestens zwei Beteiligte: einen Client (meist dein Browser) und einen Server (irgendwo im Internet). Der Client fragt, der Server antwortet. Dieses Muster heißt Request/Response und ist die Grundlage praktisch jeder Web-Kommunikation. Klicke „Schritt" und beobachte den Ablauf:
2) Vom Namen zur IP-Adresse – DNS in 5 Schritten
Server haben IP-Adressen (z.B. 185.199.108.153). Aber Menschen tippen Namen ein. Das DNS (Domain Name System) ist die Übersetzungsschicht dazwischen. Wenn du www.example.com aufrufst, durchläuft die Anfrage diese Stationen – klicke jede für Details:
3) Eine URL aufgedröselt
Jede URL hat dieselbe Grundstruktur. Wenn du sie verstehst, weißt du auch was beim Aufruf passiert. Klicke einen Teil:
https:// der Port 443, bei http:// der Port 80. Deshalb tippst du fast nie eine Port-Nummer ein.4) HTTP-Methoden – was will der Client?
Nicht jeder Request macht dasselbe. HTTP definiert verschiedene Methoden für unterschiedliche Absichten. Beim Browsen siehst du fast nur GET – aber sobald du ein Formular abschickst (siehe Lektion 5) oder eine API benutzt, kommen die anderen ins Spiel:
| Methode | Zweck | Beispiel |
|---|---|---|
| GET | Daten holen | Webseite öffnen, Bild laden, API lesen |
| POST | Daten senden, oft neue Ressource erstellen | Formular abschicken, neuen User anlegen |
| PUT | Daten komplett ersetzen / aktualisieren | Profildaten aktualisieren |
| PATCH | Daten teilweise ändern | Nur das E-Mail-Feld eines Users ändern |
| DELETE | Ressource löschen | Einen Kommentar entfernen |
| HEAD | Wie GET, aber nur Header (ohne Body) | Prüfen ob eine Datei existiert / Größe |
Konvention: GET soll nichts verändern. Wenn ein Link einfach „angeklickt" werden kann, darf er keine wichtigen Daten löschen. Deshalb verwendet man für sicherheitskritische Aktionen POST, PUT, DELETE – mit eingebautem Schutz vor Manipulation. Die Aufteilung GET/POST/PUT/DELETE ist auch die Basis von REST-APIs.
5) HTTP-Statuscodes – die Antwort in 3 Ziffern
Jede HTTP-Antwort beginnt mit einem dreistelligen Code. Die erste Ziffer sagt grob was passiert ist, die anderen zwei sind detaillierter. Hier die wichtigsten Klassen mit Beispielen:
200 OK liefern und im Body trotzdem {"error": "..."} stehen haben.6) HTTPS und Verschlüsselung
Reines HTTP überträgt alles im Klartext – Passwörter, Kreditkarten, alles. Bei unverschlüsselten Verbindungen kann jeder im selben WLAN (oder bei den ISP-Routern) mitlesen. Deshalb hat sich HTTPS durchgesetzt: HTTP plus TLS-Verschlüsselung. Heute zeigen alle Browser eine Warnung bei reinem HTTP – und Suchmaschinen ranken HTTPS höher.
Wie funktioniert HTTPS technisch? Beim Verbindungsaufbau (TLS-Handshake) tauschen Browser und Server Schlüssel aus, der Server beweist seine Identität per Zertifikat, und ab dann ist alles verschlüsselt. Mehr zur Kryptografie dahinter in K08. Web-spezifische Sicherheitsthemen wie XSS und CSRF behandelt K11 Secure Coding.
7) Was passiert WIRKLICH beim Seitenaufruf? Die Komplettübersicht
Setzen wir alles zusammen. Wenn du in deinen Browser tippst https://www.example.com und Enter drückst, passiert folgendes – meist in 50-300 Millisekunden:
- URL-Parsing: Browser zerlegt die URL in Schema, Host, Port, Pfad.
- DNS-Auflösung: www.example.com → 93.184.216.34 (siehe oben).
- TCP-Verbindung: Browser baut eine Verbindung zur IP auf Port 443 auf (3-Way-Handshake).
- TLS-Handshake: Schlüsseltausch, Zertifikat prüfen → ab jetzt verschlüsselt.
- HTTP-Request: Browser schickt GET / HTTP/1.1 mit Header.
- Server-Verarbeitung: Server findet die Datei, ggf. dynamische Generierung.
- HTTP-Response: Server schickt Status, Header, HTML-Body zurück.
- HTML-Parsing: Browser baut den DOM-Baum auf.
- Subresource-Requests: Für jedes <link>, <img>, <script> im HTML wird ein eigener Request gemacht.
- Rendering: Browser wendet CSS an, führt JS aus, malt die Seite auf den Bildschirm.
Bei modernen Seiten parallelisiert der Browser viele dieser Schritte und nutzt Caches an mehreren Stellen. Performance-Optimierung ist ein eigenes Riesen-Thema. Für den Anfang reicht: HTML, CSS, JavaScript klein halten, weniger Requests, gute Bilder-Kompression.
Zusammenfassung
Web = Client (Browser) fragt, Server antwortet – das Request/Response-Modell. Kommunikation über HTTP/HTTPS. Server haben IP-Adressen, Menschen tippen Domain-Namen – das DNS übersetzt zwischen beidem. Eine URL = Schema + Host + Port + Pfad + Query. HTTP-Methoden: GET (holen), POST (senden), PUT/PATCH (ändern), DELETE (löschen). Status-Codes: 2xx OK, 3xx Redirect, 4xx Client-Fehler, 5xx Server-Fehler. HTTPS = verschlüsseltes HTTP via TLS – heute Standard. Beim Seitenaufruf läuft eine Kette: DNS → TCP → TLS → HTTP → DOM → CSS → JS → Render.
