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- CMD – Windows-Kommandozeile10
- 1.1CMD vs. PowerShell vs. WSL
- 1.2Navigation: cd, dir, md, rd, tree
- 1.3Dateioperationen: copy, move, del, ren, type
- 1.4Netzwerkbefehle: ipconfig, ping, tracert, nslookup
- 1.5Systeminformationen: systeminfo, tasklist, taskkill
- 1.6Batch-Scripting: Grundstruktur und Variablen
- 1.7Batch: Schleifen und Bedingungen
- 1.8Erweiterte Netzwerkdiagnose: arp, route, netsh
- 1.9Benutzer und Rechte: net user, net localgroup
- 1.10Praxisszenarien: Troubleshooting mit CMD
Dateioperationen: copy, move, del, ren, type
Mit der Navigation aus L2 kannst du dich bewegen – aber noch nichts mit Dateien anstellen. In dieser Lektion lernst du die fünf Grundoperationen: kopieren, verschieben, löschen, umbenennen und Inhalt anzeigen. Plus den verwandten Befehl xcopy für rekursives Kopieren ganzer Verzeichnisse.
Diese Befehle sehen einfach aus, haben aber ihre Tücken – besonders bei Wildcards, beim Überschreiben und beim Pfad-Handling. Wir gehen sie systematisch durch, plus einen Wildcard-Tester zum Spielen damit du ein Gefühl für die Pattern-Logik bekommst. Wer eines aus CMD lernen muss, sind diese Befehle – sie sind das tägliche Brot.
1) Datei-Inhalt anzeigen: type
Der harmloseste Befehl zuerst: type zeigt den Inhalt einer Textdatei in der Konsole an. Das Pendant zu cat in Bash oder Get-Content in PowerShell:
Wichtige Beschränkungen: type erwartet eine Textdatei. Bei Binärdateien siehst du Müll und meist sogar einen abgeschnittenen Output (weil Steuerzeichen das Terminal verwirren). Für große Dateien Schreibstart-Pause: type log.txt | more – mit Leertaste blättern. Mehr zu Pipes und Weiterleitung im Batch-Kapitel L6.
Eine kleine Spezialität: type DATEI > ZIEL ist ein klassischer Trick um Dateien zu kopieren – funktional fast wie copy, aber ohne Status-Ausgabe. Praktisch in Batch-Skripten.
2) Dateien kopieren: copy
Der wichtigste Befehl dieser Lektion: copy QUELLE ZIEL. Funktioniert mit einzelnen Dateien, mehreren auf einmal (per Wildcards) und mit zwei Pfaden:
Die wichtigsten Optionen für copy:
/y: Überschreiben ohne Nachfrage (in Batch-Skripten quasi Pflicht)/-y: Genau das Gegenteil – immer nachfragen (Sicherheits-Modus)/v: Verifizieren – nach Kopie prüfen ob Bytes identisch sind (langsamer, aber sicher)/b: Binär-Modus (verhindert Probleme bei manchen Datei-Typen)/d: Bei Original-Verschlüsselung: entschlüsselt zur Zielablage
Eine besondere Eigenheit: copy a + b + c ziel konkateniert Dateien – das heißt, es hängt sie aneinander. Mehrere Logdateien zu einer zusammenfügen? copy *.log alles.log tut genau das. Pattern das du in Bash mit cat a b c > ziel machst.
3) Wildcard-Tester
Bevor wir weitergehen: ein interaktiver Tester um ein Gefühl für CMD-Wildcards zu bekommen. Tipp ein Pattern ein und sieh welche Dateien matchen:
*.txt (alle TXT), report.* (alle die so heißen), log?.txt (genau 1 Zeichen zw. log und .txt), 2026-*.csv (Datum-Pattern), * (alle), *. (Dateien ohne Endung), r* (alles das mit r anfängt). Wichtig: CMD ist case-insensitiv – *.TXT matcht auch notes.txt. Mehr zu Wildcards in L2.4) Dateien verschieben: move
move ist wie copy, aber die Datei verschwindet vom Quellort. Im selben Laufwerk passiert das instant (nur ein Eintrag im Dateisystem ändert sich), zwischen Laufwerken wird intern kopiert + gelöscht – das kann bei großen Dateien dauern.
Worauf du achten musst: move ist destruktiv in dem Sinne, dass die Quelle weg ist. Wenn beim Verschieben etwas schiefgeht (Stromausfall, Netzwerkabbruch bei Cross-Drive-Move), kann die Datei beschädigt oder ganz verloren sein. Für kritische Daten lieber copy + manuelles del nach Verifikation. Bei UNC-Pfaden oder Netzwerk-Shares sogar zwingend.
5) Datei-Flow visualisiert
Schauen wir uns an wie die Dateien sich verhalten – klick die Tabs:
copy ist non-destruktiv, alle anderen verändern oder löschen das Original.6) Umbenennen: ren (oder rename)
Wenn du nur den Namen ändern willst (gleicher Ordner): ren altname neuname. Auch rename tut es – beides identisch:
Wichtige Einschränkung: ren kann nicht in einen anderen Ordner. Wenn du Pfad-Wechsel willst: move. Beispiel: ren C:\a\file.txt C:\b\file.txt – das geht NICHT! Stattdessen move C:\a\file.txt C:\b\.
Sehr mächtig sind die Wildcard-Patterns mit ren: ren *.txt *.bak benennt alle TXT-Dateien gleichzeitig um. Funktioniert weil CMD die Wildcard auf der Zielseite mit den passenden Teilen des Quellnamens ersetzt. So funktioniert auch ein Rename wie ren report.* archiv.* – Endungen bleiben erhalten.
7) Dateien löschen: del (oder erase)
Der gefährlichste Befehl dieser Lektion: del DATEI. Ohne Papierkorb. Weg ist weg. Anders als beim Löschen im Explorer landen die Dateien nicht in $Recycle.Bin:
Die wichtigsten Optionen:
/p: Pro Datei bestätigen – sicherheits-modus/f: Force, auch Read-Only-Dateien löschen/s: Rekursiv in Unterordner/q: Quiet, keine Nachfrage – das ist die gefährliche Kombination/a:H: Nur versteckte Dateien (oder andere Attribute)
Klassischer Cleanup: del /s /q *.tmp löscht alle Temp-Dateien stumm und rekursiv. Praktisch, aber auch riskant – wenn du dich vertippst und im falschen Ordner stehst, ist es vorbei. Goldene Regel: erst mit dir /s *.tmp sehen was getroffen wird, dann erst löschen. Das ist defensive Skript-Programmierung.
8) Stolperfallen – die Top 5
Diese Patzer machen Anfänger immer wieder:
copy a.txt D:\Backup: wenn Backup ein Ordner ist – ok. Wenn nicht: schreibt a.txt als Datei „Backup" nach D:\! Daher: am Ende Slash machen: D:\Backup\.cd prüfen wo du stehst.ren C:\a\f.txt C:\b\f.txt: scheitert. ren bleibt im selben Ordner. Für Pfad-Wechsel: move nehmen.del löschen. Mit del /f erzwingen oder vorher attrib -r datei."Der Prozess kann nicht zugreifen". Schließen oder Programm beenden. Bei Logdateien: oft Antivirus oder ein laufender Dienst.del löscht ENDGÜLTIG, nicht in den Papierkorb. Im Gegensatz zum Explorer. Aus diesem Grund: kritische Daten immer erst sichern.copy nach Backup-Ordner, dann erst die destruktive Operation. In Batch-Skripten ist es üblich, vor del oder move ein temporäres Backup zu machen. Mehr zu Backup-Strategien in K58.9) xcopy – der große Bruder von copy
Der normale copy-Befehl hat eine wichtige Schwäche: er kann keine Verzeichnisse rekursiv kopieren. Wenn du einen ganzen Ordnerbaum sichern willst, brauchst du xcopy (Extended Copy) oder das noch mächtigere robocopy:
Aber Achtung: Microsoft hat xcopy offiziell als „veraltet" markiert. Der Nachfolger ist robocopy (Robust File Copy) – noch mächtiger, mit Wiederaufnahme bei Abbrüchen, Multi-Threading, ausgefeilten Filter-Optionen. Für ernsthafte Datei-Replikation der Standard heute:
Für Backup-Skripte ist robocopy /mir Standard. Aber mit Vorsicht: der Mirror-Modus löscht im Ziel alles was in der Quelle nicht (mehr) existiert! Wenn jemand das Quell-Verzeichnis aus Versehen leert, ist das Backup auch leer. Sicherer: /e kopiert nur dazu. Mehr zu professionellen Backup-Strategien in K58.
10) Attribute setzen: attrib
Dateien haben Attribute wie „read-only", „hidden", „system", „archive". Mit attrib setzt du sie:
Die Attribute: R = Read-only, H = Hidden, S = System, A = Archive (für Backup-Tools), I = nicht für Indexing. Mit + setzen, mit - entfernen. Mit /s /d rekursiv für Dateien und Ordner.
11) Datei-Vergleich: comp und fc
Zwei Dateien Byte-für-Byte vergleichen? Dafür gibt es comp (Compare) und fc (File Compare). fc ist heute Standard und mächtiger:
Nützlich für Skripte: nach einem Backup verifizieren ob die Kopie korrekt ist. Pendant zu diff in Bash. Allerdings ist fc nicht so schön zu lesen wie diff -u – PowerShell hat mit Compare-Object die deutlich modernere Variante.
12) Praxis-Muster für den Alltag
Häufige Aufgaben die du als FISI brauchst:
Die Konstrukte mit %date:~6,4% sind String-Slicing auf der Umgebungsvariable. %date% ist sowas wie „17.05.2026" – mit ~6,4 bekommst du ab Position 6 die nächsten 4 Zeichen, also das Jahr. Mehr dazu im Batch-Kapitel L6.
Zusammenfassung
type DATEI zeigt Text-Inhalt (Pendant zu cat). copy QUELLE ZIEL dupliziert; mit /y ohne Nachfrage. move QUELLE ZIEL verschiebt, Quelle weg. ren ALT NEU nur umbenennen im gleichen Ordner. del DATEI löscht ENDGÜLTIG ohne Papierkorb – mit /s /q rekursiv und stumm. xcopy /s /e /i für ganze Ordnerbäume, modern besser robocopy mit /e (kopieren) oder /mir (Mirror – Vorsicht, löscht!). attrib +r/-r/+h für Datei-Attribute. fc für Datei-Vergleich. Wildcards wie in L2: * beliebige Zeichen, ? ein Zeichen. Quotes bei Pfaden mit Leerzeichen. Stolperfallen: del umgeht Papierkorb, ren kann keine Pfade wechseln, /q+/s ist gefährlich, read-only blockiert del. Für kritische Operationen: erst dir zum Prüfen, dann erst destruktiv. Backup-Strategien in K58.
