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- AP Teil 2 – Situationsaufgaben FISI9
- 1.1Format und Bewertung AP Teil 2 FISI
- 1.2Situationsaufgabe: Netzwerkplanung
- 1.3Situationsaufgabe: Server-Installation
- 1.4Situationsaufgabe: IT-Sicherheitskonzept
- 1.5Situationsaufgabe: Backup & Recovery
- 1.6Situationsaufgabe: VPN & Remote-Access
- 1.7Situationsaufgabe: Monitoring & ITIL
- 1.8Situationsaufgabe: Active Directory
- 1.9Fachgespräch vorbereiten
Situationsaufgabe: Netzwerkplanung
Netzwerkplanung ist das häufigste Thema in FISI-Situationsaufgaben – laut IHK-Prüfungsstatistik taucht es in ca. 60–70 % der AP-Teil-2-Prüfungen auf. Kein Wunder: es verbindet fast alle FISI-Kernkompetenzen auf einmal – Subnetting, VLAN-Konzepte, Routing, Firewall-Regeln, Netzwerk-Dokumentation. Diese Lektion stellt dir eine vollständige Situationsaufgabe zum Thema Netzwerkplanung vor: zuerst das Szenario (so wie du es in der Prüfung lesen würdest), dann jede Teilaufgabe mit Musterlösung und Erläuterung, warum die Antwort Punkte bringt. Ziel ist nicht das Auswendiglernen der Lösung, sondern das Erkennen des Lösungswegs – damit du in der echten Prüfung auch mit anderem Szenario sicher antworten kannst.
1) Das Szenario
Lies das Szenario vollständig, bevor du die Teilaufgaben anschaust. Markiere gedanklich: IP-Adressen, Gerätenames, Anforderungen, Schwachstellen.
Betrieb: Die Handwerks GmbH ist ein mittelständisches Unternehmen (80 Mitarbeitende, zwei Standorte: Hauptsitz Hamburg, Filiale Bremen) im Bereich Haustechnik-Installation. Der IT-Betrieb wird von dir als einziger FISI betreut. Der Geschäftsführer hat beschlossen, das Netzwerk am Hauptsitz grundlegend zu überarbeiten und dabei ein VLAN-Konzept einzuführen.
Ist-Zustand: Alle Geräte hängen im selben flachen Netzwerk (192.168.1.0/24). Es existiert kein VLAN-Konzept. Der Internetzugang läuft über einen Consumer-Router (FritzBox 7590). Die Firewall ist eine einfache ACL am Router.
Anforderungen des Geschäftsführers:
- Trennung von Büro-PCs, WLAN-Gäste, Drucker/IoT und Server in separate Netzsegmente
- Gastnetz darf keinen Zugriff auf interne Ressourcen haben
- Drucker-Netz nur von Büro-PCs erreichbar
- Server-Netz nur von Büro-PCs und Admins erreichbar
- Zukünftig: VPN-Zugang von der Filiale Bremen
- Basis-Adressraum: 10.10.0.0/16 – du vergibst die Subnetze
Hardware: Ein neuer managed Layer-3-Switch (48-Port) und eine Firewall-Appliance (pfSense, 4 Netzwerkkarten) wurden bereits beschafft.
2) Teilaufgaben mit Musterlösungen
Klick die Teilaufgaben an. Versuche zuerst selbst eine Antwort zu formulieren, bevor du die Musterlösung aufklappst.
3) Subnetting-Schnellreferenz
Die wichtigsten Subnetzmasken für CIDR-Notationen – in Prüfungsaufgaben am häufigsten gefragt:
4) Typische Bewertungsfallen in Netzwerk-Aufgaben
| Fehler | Warum Punktabzug | Lösung |
|---|---|---|
| Netzwerk- oder Broadcast-Adresse als Host vergeben | Technisch ungültig – erste und letzte Adresse nicht nutzbar | Bei /24: .0 = Netz, .255 = Broadcast → Hosts .1 bis .254 |
| Überlappende Subnetze | Routing-Konflikt, Netzwerk funktioniert nicht | Subnetze immer von klein nach groß durchplanen, auf Überschneidungen prüfen |
| VLAN ohne Trunk-Port erwähnen | VLANs ohne Trunk zwischen Switch und Router/Firewall sind nicht routingfähig | Immer erwähnen: Trunk-Port am Switch, 802.1Q-Tagging |
| Firewall-Regeln nur in eine Richtung | Stateless-Denkweise – bei Stateful Firewall ist Return-Traffic zwar automatisch erlaubt, aber beim Explizit-Beschreiben trotzdem beide Richtungen erwähnen | Regeln als Tupel: Quelle / Ziel / Port / Aktion |
| Default-Route vergessen | Clients ohne Default Gateway kommen nicht ins Internet | Jedes Subnetz braucht einen Default Gateway (normalerweise die Firewall-IP im Segment) |
5) Was sonst noch in Netzwerk-Situationsaufgaben vorkommt
- Spanning Tree Protocol (STP/RSTP) – bei redundanten Switch-Verbindungen. IHK fragt manchmal nach Root Bridge und Schleifenvermeidung.
- DHCP-Konfiguration – welches Gerät verteilt DHCP in welchem VLAN? DHCP-Relay bei zentralem Server.
- DNS-Auflösung im VLAN-Kontext – Clients müssen DNS-Server erreichen können (Firewall-Regel nicht vergessen).
- NAT/PAT – beim Übergang ins Internet. Inside/Outside-Interface, Masquerading.
- QoS-Anforderungen – z. B. VoIP-Traffic priorisieren. DSCP-Markierung, Traffic Shaping.
- Redundanz / High Availability – VRRP/HSRP für Gateway-Redundanz, Link Aggregation (LACP/802.3ad).
Zusammenfassung
Netzwerk-Situationsaufgaben im AP Teil 2 FISI testen immer die gleiche Kernkompetenz: ein unsicheres oder schlecht strukturiertes Netz analysieren, ein sauberes VLAN-Konzept mit korrekten Subnetzen entwerfen und Firewall-Regeln ableiten. Der Lösungsweg ist immer: (1) Anforderungen lesen und Segmente ableiten, (2) Subnetze dimensionieren und IP-Adressen vergeben, (3) VLANs mit Nummern und Zweck definieren, (4) Firewall-Regeln als Tupel (Quelle/Ziel/Port/Aktion) formulieren, (5) Dokumentation beschreiben. Typische Fallen: überlappende Subnetze, fehlende Trunk-Ports, vergessene Default-Routen.
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