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- OSI-Modell & TCP/IP-Stack10
- 1.1OSI-Referenzmodell: warum 7 Schichten?
- 1.2Schicht 1: Bitübertragung
- 1.3Schicht 2: Sicherung – MAC, Ethernet, Frames
- 1.4Schicht 3: Vermittlung – IP, Routing
- 1.5Schicht 4: Transport – TCP vs. UDP
- 1.6Schichten 5–7: Session, Präsentation, Anwendung
- 1.7TCP/IP-Stack: das Praxismodell
- 1.8Datenkapselung und Dekapselung
- 1.9OSI vs. TCP/IP
- 1.10Aufgaben OSI & TCP/IP
OSI-Referenzmodell: warum 7 Schichten?
Das OSI-Modell ist das Fundament jedes Netzwerkgesprächs in der IT. Wenn Kollegen von „Schicht 3" oder „Layer-2-Switch" reden, beziehen sie sich auf dieses Modell. Entwickelt von der ISO in den 1980er-Jahren, gibt es eine gemeinsame Sprache für Netzwerkentwickler, Administratoren und Prüfer – obwohl die Realität heute eher nach TCP/IP-Stack funktioniert. Wer das OSI-Modell versteht, versteht Netzwerke.
1. Die Idee: Komplexität in Schichten aufteilen
Ein Datenpaket, das von deinem Browser zu einem Webserver reist, durchläuft eine Vielzahl von Prozessen: Verschlüsselung, Adressierung, Routing, physikalische Übertragung. Das OSI-Modell teilt diese Aufgaben in 7 Schichten auf, wobei jede Schicht genau definierte Aufgaben übernimmt und nur mit der direkt benachbarten Schicht kommuniziert.
Das Prinzip heißt Separation of Concerns: Eine Anwendung muss nicht wissen, ob die Daten über WLAN oder Glasfaser übertragen werden. Ein Router muss nicht wissen, ob die Nutzlast HTTP oder FTP ist. Jede Schicht macht ihren Job – und vertraut darauf, dass die anderen Schichten ihren Job auch machen.
Die Analogie: Stell dir einen internationalen Briefversand vor. Der Verfasser schreibt den Inhalt (Anwendung), eine Sekretärin übersetzt ihn (Präsentation), das Büro koordiniert den Versand (Sitzung), DHL übernimmt die Zustellung (Transport), die Sortierzentren leiten ihn weiter (Vermittlung), der Zustellwagen fährt die letzte Meile (Sicherung) und die Straße ist das physikalische Medium (Bitübertragung).
2. Die 7 Schichten im Überblick
3. Merkhilfen für die Reihenfolge
Die Reihenfolge der Schichten muss sitzen. Es gibt zwei klassische Eselsbrücken – von oben nach unten und von unten nach oben:
4. Warum 7 Schichten?
Die Entscheidung für 7 Schichten war nicht willkürlich, aber auch nicht zwingend. Die ISO-Architekten versuchten, Aufgaben so aufzuteilen, dass jede Schicht klar abgegrenzte Verantwortlichkeiten hat. Trotzdem wird das Modell in der Praxis oft kritisiert: Schichten 5 und 6 haben im echten Internet kaum eine eigenständige Rolle – TCP/IP fasst alles oberhalb von Schicht 4 zusammen.
Der Wert des OSI-Modells liegt heute vor allem im gemeinsamen Vokabular: Wenn ein Netzwerktechniker sagt „das Problem liegt auf Schicht 2", weiß jeder sofort, dass es um Ethernet, MAC-Adressen oder Switch-Konfiguration geht – und nicht um IP-Routing oder Anwendungsprotokolle.
5. Wichtige Begriffe je Schicht
Jede Schicht hat ihre eigene Bezeichnung für die Dateneinheit, die sie verarbeitet – diese Protocol Data Units (PDUs) solltest du kennen:
- Schicht 7–5: Daten (Data)
- Schicht 4: Segment (TCP) / Datagramm (UDP)
- Schicht 3: Paket (Packet)
- Schicht 2: Frame (Rahmen)
- Schicht 1: Bit
