- 1 Section
- 10 Lessons
- unbegrenzt
- Java Grundlagen10
- 1.1Java-Grundlagen: JDK, JVM, erstes Programm
- 1.2Variablen, Datentypen und Operatoren
- 1.3Kontrollstrukturen: if, else, switch
- 1.4Schleifen: for, while, do-while
- 1.5Arrays und Strings
- 1.6Methoden: Definition, Parameter, Rückgabe
- 1.7Fehlerbehandlung: try-catch-finally, Exceptions
- 1.8Einstieg in Klassen und Objekte
- 1.9Eingabe und Ausgabe: Scanner, System.out
- 1.10Praxisprojekt: Kleines Java-Programm von A bis Z
Java-Grundlagen: JDK, JVM, erstes Programm
Willkommen in der Welt von Java! Bevor wir die erste Zeile Code schreiben, müssen wir verstehen was Java eigentlich ist. Anders als bei vielen anderen Sprachen läuft ein Java-Programm nicht direkt auf deinem Computer – es läuft auf einer „virtuellen Maschine" die Java extra für ihre Programme mitbringt. Das ist gleichzeitig Javas größte Stärke und der Grund warum es seit über 25 Jahren eine der meistgenutzten Programmiersprachen der Welt ist.
Die Java-Philosophie heißt seit den Anfängen: "Write Once, Run Anywhere". Du schreibst deinen Java-Code einmal, kompilierst ihn einmal – und der gleiche kompilierte Code läuft danach auf Windows, Mac, Linux und sogar auf einem Smartphone (Android basiert auf einer Java-Variante). Andere Sprachen müssen für jedes System einzeln kompiliert werden. Wie das funktioniert? Über drei Komponenten die du heute kennen lernst: JDK, JRE und JVM.
1) Die Java-Familie: JDK, JRE, JVM – wie russische Matrjoschka-Puppen
Stell dir die drei Java-Komponenten als ineinander gesteckte Matrjoschka-Puppen vor. Ganz innen liegt die JVM – sie führt deinen Code aus. Drumherum die JRE – sie bringt zusätzlich alle Standard-Bibliotheken mit die deine Programme nutzen können. Und ganz außen die JDK – sie enthält zusätzlich die Werkzeuge zum Kompilieren und Debuggen. Klicke auf jede Schicht für Details:
javac (der Compiler der .java in .class verwandelt), jdb (Debugger), jar (zum Bauen von .jar-Archiven), javadoc (für API-Dokumentation). Aktuelle LTS-Versionen: Java 17 und Java 21. Anbieter: Oracle JDK, OpenJDK (Open Source), Amazon Corretto, Eclipse Temurin, Microsoft Build of OpenJDK – alle praktisch gleichwertig.String, ArrayList, Scanner, Netzwerk-, Datei-, GUI-Klassen). Mit der reinen JRE kannst du eine fertige .jar-Datei starten – aber keinen Code kompilieren. Seit Java 11 wird die JRE meist nicht mehr separat ausgeliefert, sondern man installiert das komplette JDK oder packt die JRE per jlink in die Anwendung.apt install openjdk-21-jdk). Eine IDE wie IntelliJ IDEA Community oder Eclipse erleichtert den Einstieg enorm – mehr dazu in Lektion 10.2) Vom Quellcode zum laufenden Programm – die Pipeline
Wenn du in Java „Hallo Welt" auf den Bildschirm schreibst, durchläuft dein Code mehrere Stationen bevor wirklich „Hallo Welt" auf deinem Monitor erscheint. Anders als bei Skriptsprachen wie Python wo der Code zur Laufzeit interpretiert wird, hat Java eine eindeutige Trennung: erst kompilieren, dann ausführen. Klicke jede Station für Details:
3) Dein erstes Programm: Hello World – Zeile für Zeile erklärt
Jetzt schreiben wir das erste echte Programm. „Hello World" ist seit den 1970er-Jahren die Tradition: das einfachste mögliche Programm um zu testen ob die Entwicklungsumgebung funktioniert. In Java sieht es so aus – und schon hier verstecken sich viele wichtige Konzepte. Klicke auf die unterstrichenen Wörter im Code für eine Erklärung:
Hello.java. Wichtig: Der Dateiname MUSS exakt zum Klassennamen passen (inkl. Groß-/Kleinschreibung), sonst kompiliert es nicht. Übersetzen mit javac Hello.java, ausführen mit java Hello. Wenn alles klappt erscheint „Hallo Welt!" im Terminal. Das war's – dein erstes Java-Programm läuft.4) Die Java-Welt im Überblick
Wenn man Java-Erfahrung hat ist man in vielen Bereichen einsetzbar. Java ist nicht nur „eine Programmiersprache" – es ist ein ganzes Ökosystem mit Frameworks und Bibliotheken für fast alle Anwendungsbereiche:
| Einsatzbereich | Was wird gemacht? | Bekannte Tools/Frameworks |
|---|---|---|
| Backend-Entwicklung | Server-Anwendungen, REST-APIs, Microservices | Spring Boot, Quarkus, Jakarta EE |
| Android-Apps | Mobile Anwendungen für Android (heute oft auch Kotlin) | Android SDK, Android Studio |
| Big Data | Verarbeitung großer Datenmengen | Apache Hadoop, Spark, Kafka |
| Enterprise-Software | Banken, Versicherungen, ERP-Systeme | SAP, Atlassian (Jira, Confluence) |
| Build-Tools / DevOps | CI/CD-Pipelines, Build-Server | Jenkins, Maven, Gradle |
Zusammenfassung
Java = Programmiersprache mit eigener virtueller Maschine (JVM) – „Write Once, Run Anywhere". JDK = Komplettpaket für Entwickler (Compiler, Tools). JRE = Laufzeit für Endnutzer. JVM = führt platform-unabhängigen Bytecode aus. Pipeline: .java → javac → .class → java → Ausgabe. Erstes Programm: public class + public static void main + System.out.println. Dateiname muss zum Klassennamen passen.
