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Warum brauchen wir überhaupt Subnetze?
Viele Azubis lernen Subnetting erst, wenn sie es rechnen müssen – aber noch bevor man rechnet, sollte man verstehen, warum man Netzwerke überhaupt unterteilt.
Subnetting ist nicht nur Mathematik, sondern vor allem Netzwerkplanung und Strukturierung.
1. Das Problem großer Netzwerke
Stell dir vor, du hast ein großes Firmennetz mit 500 Geräten – PCs, Drucker, Kameras, Telefone.
Alle hängen im selben Netz, z. B. 192.168.0.0/23.
Wenn eines dieser Geräte eine Broadcast-Nachricht sendet (z. B. „Wer ist 192.168.0.15?“ für ARP),
empfangen alle anderen Geräte diese Nachricht – auch wenn sie gar nicht betroffen sind.
Je größer das Netz, desto häufiger laufen solche Broadcasts.
Das sorgt für unnötige Netzlast, langsameren Datenverkehr und mehr Risiko bei Fehlern.
Beispiel:
Ein PC im Lager verschickt pro Sekunde 100 kleine Broadcasts → alle 500 Geräte sehen sie.
Ergebnis: unnötige Netzlast, langsamere Reaktion, evtl. Paketverluste.
Broadcast-Labor: Warum Subnetze Broadcast-Last senken
Je mehr Geräte in einem Netz sind, desto mehr müssen Broadcasts verarbeitet werden. Subnetting teilt große Netze in kleinere Bereiche, sodass Broadcasts jeweils nur noch wenige Hosts erreichen.
Subnetze begrenzen die Broadcast-Domäne – je mehr Subnetze, desto kleiner der Wirkungskreis jedes Broadcasts.
2. Subnetting schafft Ordnung
Subnetting bedeutet, ein großes Netzwerk in mehrere kleinere logische Netze aufzuteilen.
Jedes dieser Teilnetze funktioniert unabhängig – Broadcasts bleiben innerhalb ihrer Grenzen.
Vorteile:
Weniger Broadcast-Verkehr
Bessere Übersicht & einfachere Fehlersuche
Netzwerke können nach Abteilungen, Gebäuden oder Sicherheitszonen getrennt werden
Zugriff kann gezielt erlaubt oder blockiert werden
Beispiel:
| Abteilung | Subnetz | Größe |
|---|---|---|
| Verwaltung | 192.168.10.0/24 | 254 Hosts |
| Produktion | 192.168.20.0/24 | 254 Hosts |
| Gäste-WLAN | 192.168.30.0/24 | 254 Hosts |
Jetzt gilt: Broadcasts in der Produktion stören die Verwaltung nicht mehr –
und das Gäste-WLAN ist logisch getrennt vom internen Netz.
3. Sicherheit und Zugriffskontrolle
Subnetting ist auch ein wichtiger Teil der IT-Sicherheit.
Trennt man Netze sinnvoll, lassen sich Firewalls oder ACLs (Access Control Lists) gezielt einsetzen.
Beispiel:
PCs im Verwaltungssubnetz dürfen auf den Server (192.168.10.100) zugreifen
Geräte im Gäste-WLAN (192.168.30.x) dürfen nur ins Internet
Dadurch kann man Sicherheitszonen aufbauen, ohne alles physisch zu trennen.
Subnetting ist also eine Grundlage für Netzwerksicherheit.
4. Skalierbarkeit und Struktur
Wenn ein Unternehmen wächst, wachsen auch seine Netzwerke.
Mit sauber geplanten Subnetzen kannst du Geräte, Server oder ganze Standorte hinzufügen,
ohne alles umstellen zu müssen.
Beispiel:
Eine Firma plant von Anfang an ihre Netze so:
10.0.0.0/16 Gesamtes Firmennetz
10.0.10.0/24 Standort Konstanz
10.0.20.0/24 Standort Stuttgart
10.0.30.0/24 Standort Zürich
Jeder Standort ist logisch getrennt, aber über Routing miteinander verbunden.
5. Subnetting als Basis für Routing
Router verbinden unterschiedliche Netze miteinander.
Wenn du Subnetze erstellst, brauchst du auch Routing – und genau das ist der nächste logische Schritt.
Ein Router merkt sich, welche Netze wo erreichbar sind.
So kann z. B. ein Rechner in 10.0.10.0/24 mit einem Server in 10.0.30.0/24 kommunizieren,
obwohl sie in verschiedenen Subnetzen liegen.
Ohne Subnetze gäbe es keine saubere Trennung – und Routing wäre unmöglich.
6. Zusammenfassung
Große Netze erzeugen viel Broadcast-Verkehr → Netzlast steigt.
Subnetting teilt Netze in kleinere Bereiche auf → Ordnung, Performance, Sicherheit.
Router verbinden Subnetze → gezielter Datenverkehr statt Chaos.
Ohne Subnetting wäre modernes Unternehmensnetzwerk-Design nicht möglich.
