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Einführung in Datenbanken
1. Was ist eine Datenbank?
Eine Datenbank ist eine strukturierte Sammlung von Informationen, die elektronisch gespeichert und verwaltet wird.
Sie sorgt dafür, dass Daten dauerhaft, geordnet und fehlerfrei gespeichert werden können.
Beispiel:
Ein Online-Shop muss sich merken:
welche Produkte verkauft werden,
welche Kunden bestellt haben,
welche Rechnungen bezahlt wurden.
Würde man das alles in Excel-Tabellen speichern, würde es schnell unübersichtlich und fehleranfällig.
Eine Datenbank sorgt hier für Ordnung und ermöglicht gleichzeitigen Zugriff, Sicherheit und schnelle Abfragen.
2. Warum braucht man Datenbanken?
Datenbanken sind das Fundament fast aller modernen Anwendungen.
| Einsatzgebiet | Beispielhafte Daten |
|---|---|
| Webshops | Kunden, Produkte, Bestellungen |
| Soziale Netzwerke | Nutzer, Posts, Nachrichten |
| Unternehmen | Mitarbeiter, Projekte, Abteilungen |
| Apps | Benutzerkonten, Einstellungen |
| Forschung | Messwerte, Studien, Ergebnisse |
Ohne Datenbanken könnten Systeme keine Informationen dauerhaft speichern oder zuverlässig auswerten.
3. Vergleich: Datenbank vs. Excel
Viele verwechseln Datenbanken mit Tabellenkalkulationen.
Beides enthält Tabellen – aber nur eine Datenbank versteht Beziehungen und garantiert Datenkonsistenz.
| Merkmal | Datenbank | Tabellenkalkulation |
|---|---|---|
| Struktur | Mehrere logisch verknüpfte Tabellen | Eine einzelne Tabelle |
| Beziehungen | Über Schlüssel (z. B. Kundennummer) | Nur manuell über gleiche Werte |
| Mehrbenutzerbetrieb | Möglich | Eingeschränkt |
| Datenintegrität | Durch Regeln gesichert | Muss manuell beachtet werden |
| Geschwindigkeit | Hoch, auch bei großen Datenmengen | Langsam bei großen Tabellen |
| Sprache | SQL (Structured Query Language) | Formeln und Filter |
Fazit:
Excel ist ein gutes Werkzeug für Berechnungen – aber keine echte Datenbanklösung.
4. Was ist ein Datenbankmanagementsystem (DBMS)?
Eine Datenbank ist nur die Datensammlung.
Ein Datenbankmanagementsystem (DBMS) ist die Software, die diese Daten verwaltet.
Aufgaben eines DBMS:
Speichern, Lesen, Ändern und Löschen von Daten
Gleichzeitigen Zugriff vieler Benutzer koordinieren
Benutzerrechte und Sicherheit verwalten
Datenkonsistenz und Integrität sicherstellen
Abfragen in SQL verstehen und ausführen
Bekannte DBMS:
| Relationale Systeme | NoSQL-Systeme |
|---|---|
| MySQL / MariaDB | MongoDB |
| PostgreSQL | Redis |
| Oracle Database | Cassandra |
| Microsoft SQL Server | CouchDB |
5. Wie sind Daten in einer Datenbank aufgebaut?
In einer relationalen Datenbank werden Informationen in Tabellen organisiert.
Jede Tabelle besteht aus Spalten (Attributen) und Zeilen (Datensätzen).
Beispiel: Kundentabelle
| Kundennummer | Name | |
|---|---|---|
| 1001 | Anna Beispiel | anna@example.de |
| 1002 | Max Mustermann | max@firma.de |
| 1003 | Lisa Schulz | lisa@schule.de |
Jede Zeile steht für einen Datensatz (z. B. ein Kunde).
Jede Spalte beschreibt eine Eigenschaft (z. B. Name, E-Mail).
In Textform sähe ein Datensatz so aus:
Kunde
---------------------------
Kundennummer: 1001
Name: Anna Beispiel
E-Mail: anna@example.de
6. Beziehungen zwischen Tabellen
In der Praxis bestehen Datenbanken aus mehreren Tabellen, die logisch miteinander verknüpft sind.
Diese Verknüpfungen nennt man Beziehungen (Relations).
Beispiel: Kunde und Bestellung
| Tabelle „Kunden“ | Tabelle „Bestellungen“ | |
|---|---|---|
| Kundennummer | ←→ | Kundennummer |
| Name | Bestellnummer | |
| Datum | ||
| Gesamtbetrag |
Die Kundennummer verbindet beide Tabellen logisch miteinander.
So kann das System erkennen, welche Bestellungen zu welchem Kunden gehören.
7. Vorteile einer Datenbank
Zentrale Speicherung
Alle Daten liegen an einem Ort und sind konsistent.Schneller Zugriff
Optimierte Abfragen ermöglichen schnelle Ergebnisse.Mehrbenutzerbetrieb
Mehrere Anwender können gleichzeitig arbeiten.Sicherheit
Zugriffskontrollen und Backups schützen Daten.Integrität
Regeln verhindern falsche oder widersprüchliche Einträge.
Visualisierung: Kunden und Bestellungen
In relationalen Datenbanken sind Tabellen über gemeinsame Schlüssel miteinander verbunden. Wähle einen Kunden in der linken Tabelle aus. Rechts werden die zugehörigen Bestellungen eingeblendet. So erkennst du, wie eine 1:n-Beziehung funktioniert: Ein Kunde kann viele Bestellungen haben.
Kunden (Tabelle „kunden“)
Hinweis: kundennummer ist der Primärschlüssel (PK). Klicke auf einen Kunden.
| kundennummer (PK) | name | |
|---|---|---|
| 1001 | Anna Beispiel | anna@example.de |
| 1002 | Max Mustermann | max@firma.de |
| 1003 | Lisa Schulz | lisa@schule.de |
Bestellungen (Tabelle „bestellungen“)
Hinweis: kundennummer ist hier ein Fremdschlüssel (FK) und verweist auf die Kundentabelle.
| bestellnr | kundennummer (FK) | datum | betrag |
|---|---|---|---|
| 5001 | 1001 | 2025-01-10 | 89,90 € |
| 5005 | 1001 | 2025-02-02 | 39,00 € |
| 5002 | 1002 | 2025-01-12 | 129,90 € |
| 5003 | 1003 | 2025-01-15 | 19,99 € |
| 5004 | 1002 | 2025-01-20 | 59,00 € |
Aktuell ausgewählt: Kunde 1001 – Anna Beispiel.
Die Bestellungen rechts gehören alle zu diesem Kunden. Das ist eine 1:n-Beziehung:
Ein Kunde kann viele Bestellungen haben, aber jede Bestellung gehört genau zu einem Kunden.
